Masterarbeiten | Master of Public Administration (MPA) | UNIKIMS – Die Management School der Universität Kassel

Kurzinterviews zu Masterarbeiten

Kurzinterviews zu Masterarbeiten

Markus Remus: Altersdiskriminierende Besoldung – Analyse der Bearbeitung eines Massenverfahrens am Beispiel einer nordrhein-westfälischen Landesbehörde

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich die Masterarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie eine staatliche Institution mit einem Verwaltungsverfahren umgeht, das inhaltsgleich mehrere tausend Menschen betrifft. Das beschriebene Massenverfahren hatte die altersdiskriminierende Besoldung von Beamtinnen und Beamten im Land Nordrhein-Westfalen aufgrund von Lebensaltersstufen zum Gegenstand. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf verwaltungsrechtliche, aber auch opportunistische und pragmatische Züge von Verwaltungshandeln gelegt, die ein schnelles und rechtssicheres Abarbeiten eines Massenverfahrens gewährleisten sollen. Im Zuge dessen erfolgt anhand der vorliegenden Materie ein Blick auf die Auswirkungen europäischer Rechtsetzung auf nationales Dienstrecht.

Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Grundlage für die Erforschung waren zunächst ein historischer Rückblick auf die Entwicklung des nationalen Besoldungsrechts in Deutschland und die Feststellung des Ist-Zustandes. Ferner wurde einschlägige europäische Rechtsetzung dargestellt und in den Kontext eingeordnet. Interne Unterlagen, die die Arbeitsweise einer Landesbehörde sowie dessen Interaktion mit dem vorgesetzten Landesministerium widerspiegeln, bildeten den Nährboden für die Analyse. Ferner wurden historische, aber auch aktuelle Bewegungen in der europäischen Rechtsetzung betrachtet und ein vorsichtiger Blick in die Zukunft des nationalen Dienstrechts gewagt.

Was haben Sie herausgefunden?

Die maßgebliche Erkenntnis der Forschung war, dass staatliche Institutionen durch geeignete Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, sowie durch ein gesundes Maß an Pragmatismus, durchaus in der Lage sind, ein Massenverfahren schnell und mit einem hohen Qualitätsanspruch abzuarbeiten. Konkret herausgearbeitete Handlungsempfehlungen sind etwa:

  • die technische Erfassung eingehender Anträge oder Widersprüche als Teil des Massenverfahrens  
  • die Formulierung von Handlungsanweisungen zur Abarbeitung des Massenverfahrens, die von „jedermann“ umzusetzen sind
  • die Betrauung von Mitarbeitenden mit der Abarbeitung des Verfahrens, die zeitliche Kapazitäten aufweisen, um Produktbereiche nicht zusätzlich zu belasten (im vorliegenden Beispiel: Mitarbeitende des Justitiariates)
  • eine klare Kommunikation zum Verfahrensstand über öffentliche Kanäle an den betroffenen Personenkreis sowie Interessenvertretungen
  • eine Ruhendstellung der einzelnen Verfahren bis zur höchstrichterlichen Klärung der maßgeblichen Rechtsfragen zur Gewährleistung eines größtmöglichen Grades an Rechtssicherheit für alle Beteiligten

Ferner wurde festgestellt, dass die verschiedenen Ausprägungen des Beamtentums innerhalb der Europäischen Union, die europäische Rechtsetzung vor große Heraus­forderungen stellt. Gleichwohl konnte nicht festgestellt werden, dass durch die durch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs eine Angleichung des Beamtentums innerhalb der EU erfolgt.
 
Kontakt: markus.remus@gmail.com

Laura Michel: Health-oriented Leadership (HoL) – Erarbeitung eines Konzeptes für eine öffentliche Verwaltung am Beispiel der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich die Masterarbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Führung und Gesundheit in Organisationen. Das konkrete Ziel der Ausarbeitung bestand in der Untersuchung der Fragestellung, ob und wenn ja, inwieweit und in welchem Ausmaß Führungskräfte die Möglichkeit haben, Einfluss auf die Gesundheit der ihnen unterstellten Mitarbeitenden zu nehmen. Der Fokus der Untersuchung lag dabei auf dem Bereich der psychischen Gesundheit. Detailliert wurde in der Ausarbeitung das Instrument Health-oriented Leadership (HoL), ein Konzept zur Erfassung gesundheitsförderlicher Führung, und dessen Übertragbarkeit auf den öffentlichen Sektor behandelt.

Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Im Rahmen der Ausarbeitung wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in Form einer Analyse einschlägiger Fachliteratur und Forschungsberichte zum Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit zusammengefasst. Aufbauend darauf habe ich die Anwendbarkeit des HoL-Instrumentes auf die öffentliche Verwaltung geprüft. Anhand der konzeptuellen Übertragung auf ein praktisches Beispiel erfolgte die Darstellung der möglichen praktischen Anwendbarkeit von HoL. In diese Konzeptualisierung sind unter anderem die Ergebnisse durchgeführter Experteninterviews mit Führungskräften der Beispielorganisation eingeflossen.

Was haben Sie herausgefunden?

Führungskräfte können grundsätzlich Einfluss auf die Gesundheit der ihnen unterstellten Mitarbeitenden nehmen. Form und Ausmaß des Einflusses werden allerdings von weiterführenden Faktoren, insbesondere den organisationalen Rahmenbedingungen, mitbestimmt.

Die Übertragung von HoL auf die öffentliche Verwaltung ist grundsätzlich möglich, wenn bestimmte Rahmenbedingungen vorliegen oder geschaffen werden. Von wesentlicher Bedeutung ist in diesem Kontext insbesondere die Schaffung einer gesundheitsorientierten Organisations- und Führungskultur als Grundlage gesundheitsorientierter Führung.

Das im Rahmen der Arbeit entwickelte allgemeine HoL-Konzept lässt sich in seiner Grundstruktur auf andere Organisationen übertragen und kann als Basis für die Entwicklung und Umsetzung eines HoL-Konzeptes bei einer anderen Organisation verwendet werden.

Kontakt: lk.michel@gmx.de

Sabrina Obendorfer: Diskrepanz von Ausbildungsangebot und –nachfrage von Jugendlichen: Die Rolle der internetbasierten Informations- und Kommunikationsmedien der Bundesagentur für Arbeit

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit internetbasierte Informations- und Kommunikationsmedien der Bundesagentur für Arbeit zur regionalen Ausbildungsmarktrecherche von Jugendlichen im Berufswahlprozess herangezogen werden und damit zum Ausgleich zwischen Lehrstellenangebot und –nachfrage am deutschen Ausbildungsmarkt beitragen. Die Untersuchung zielt darauf ab, den Einfluss online-basierter Medien im Berufswahlprozess von Jugendlichen abzustecken, anhand der Untersuchungsergebnisse Verbesserungspotenziale aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für zukunftsfähige und kundenorientierte Online-Servicedienstleistungen zu formulieren.


Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Zunächst habe ich eine ausführliche Literaturrecherche durchgeführt, um den Untersuchungsgegenstand in den bestehenden Forschungskontext einzuordnen. Da ich auf diese Weise meiner Fragestellung nicht hinreichend gerecht werden konnte, habe ich eigene Daten erhoben; dabei habe ich standardisierte Fragebögen und leitfadengestützte Interviews eingesetzt und diese mittels quantitativer bzw. qualitativer Verfahren ausgewertet.


Was haben Sie herausgefunden?

Im Rahmen meiner Untersuchung kam ich zu einem Ergebnis, das mich zunächst überraschte: Während man eigentlich davon ausgeht, dass Jugendliche als „Digital Natives“ alle Applikationen im Internet geradezu spielend leicht nutzen können, zeigte die Untersuchung dementgegen ganz deutlich ihre mangelhaften Medienkompetenzen in Bezug auf den Umgang mit „ernsteren“ Inhalten abseits der Unterhaltung und sozialen Interaktion. So werden die untersuchten Informations- und Kommunikationsmedien zur regionalen Ausbildungsmarktrecherche von den Jugendlichen im Berufswahlprozess in eher geringem Maße genutzt. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass hier besondere Anforderungen an die Reflexions- und Analysefähigkeit der Schülerinnen und Schüler gestellt werden, die digital oft verkürzten und allgemein dargestellten Inhalte zu begreifen und auf ihre individuelle Situation zu übertragen.
Im Rahmen der Untersuchung stellte sich weiter heraus, dass durch die steigende Digitalisierung, der Berufsberatung sowie den Schulen und Eltern in Zukunft eine ganz zentrale Rolle dabei zuteilwerden sollte, eine „Lotsenfunktion“ im bunten Sammelsurium der Internetangebote zur Berufswahl wahrzunehmen und die Jugendlichen bei der Nutzung dieser Medien engmaschig anzuleiten. Nur so können die untersuchten Informations- und Kommunikationsmedien der Bundesagentur für Arbeit die Jugendlichen bei der Berufswahl in ausreichendem Maße unterstützen und damit zu einem Ausgleich am Ausbildungsmarkt beitragen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Online-Medien alleine eine persönliche Berufsberatung in keiner Weise ersetzen, sondern lediglich mit ausreichender medienpädagogischer Anleitung ergänzen können.
 
Kontakt: Falls Sie Interesse an einer Kontaktaufnahme haben, wenden Sie sich bitte an die Akademische Leiterin des MPA-Studiengangs (sveit@uni-kassel.de). Frau Prof. Veit stellt bei Bedarf gerne den Kontakt zu Frau Obendorfer her.

 

Marvin Haß: Streikrecht im Beamtenverhältnis – Vereinbarkeit der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums mit dem Streikrecht aus der EMRK

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Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Das kontinuierliche Voranschreiten der Europäisierung des nationalen Rechts stellt die Judikative vor neue Herausforderungen. Hierzu sind mit Blick auf das Beamtenrecht vor allem die Entwicklungen zum Streikrecht als Bestandteil der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und dessen Wirkung für Beamte, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinen Urteilen 2008 und 2009 gegen die Türkei prägte, zu nennen. In der Masterthesis wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie sich das bisherige Streikverbot der Beamten in Deutschland rechtfertigt, wo dieses normiert ist und welche Normen diesem sowohl im innerdeutschen als auch völkerrechtlichen Kontext (EMRK und EGMR) entgegenstehen, wie diese normhierarchisch einzuordnen sind und vor allem, ob das deutsche Beamtenstreikverbot mit der EMRK vereinbar ist.

Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Nach inhaltlicher sowie rechtlicher Beleuchtung des Streik- sowie Beamtenbegriffs wird das Streikverbot anhand mehrerer Ansätze aus den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums hergeleitet. Nach kurzer Rechtsfolgenbetrachtung bei Nichtbeachtung und Prüfung einer möglichen Änderung der hergebrachten Grundsätze über die Fortentwicklungsklausel des Grundgesetzes wird auf die aktuelle Rechtsentwicklung (vor allem EGMR-Rechtsprechung gegen die Türkei) und dessen Wirkung auf die deutsche Rechtsordnung eingegangen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 27.02.2014 (Az.: 2 C 1.13) bildet den Schwerpunkt. Nach inhaltlicher Vorstellung und thematischer Neugliederung wird dieses unter Zugrundelegung kritischer und heterogener Literatur und abweichenden Judikaten aufgearbeitet. Abschließend werden eigene Erwägungen entwickelt (bspw. Verbeamtungsverbot außerhalb der genuin hoheitlichen Tätigkeiten; Streikverbotszulage, Beamte als Streikbrecher; Streikverbot für hoheitlich tätige Tarifbeschäftigte).

Was haben Sie herausgefunden?

Das Urteil des BVerwG ist insgesamt – trotz einiger Schwächen in der Ausführlichkeit und damit gebotener Angriffsfläche – richtungsweisend und, mit Ausnahme der Zuweisung der Kollisionsauflösung an den einfachen Bundesgesetzgeber statt an den verfassungsändernden Gesetzgeber, überzeugend. Das Streikverbot ist als hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums tradiert, zweckdienlich und erforderlich. Allerdings kann dies nur für die im genuin hoheitlichen Bereich tätigen Beamten (z. B. Polizisten) mit der EMRK in Einklang gebracht werden. Den außerhalb dieses Bereichs tätigen Beamten (z. B. Lehrkräfte) ist ein Streikrecht zu gewähren. Dem befürchteten Verlust des deutschen Individualrechts oder gar der Verfassungsidentität kann entgegengehalten werden, dass die hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums auch weiterhin ihre derzeitige Geltung EMRK-konform behalten können, sofern sich der künftige Personaleinsatz in der Praxis wieder an dem Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG ausrichtet. Dessen ungenügende Beachtung ist der wahre Grund für die nun festgestellte Konventionswidrigkeit.
Wäre es nicht auch im Sinne der EMRK zweckdienlicher, das Streikverbot an die Tätigkeit selbst und die damit verbundene staatstragende Rolle zu knüpfen? Wenn es die Aufgabe erfordert, dann sollte der Beamte nicht streiken dürfen. Gleichzeitig würde dies jedoch die Besetzung mit einem Tarifbeschäftigten ausschließen, da sich nur so der logische Schluss für die Unabdingbarkeit des Streikverbots konsequent ziehen lässt.

Kontakt: marvin.hass@arcor.de 

Julia Eckstein: Die Einführung des Holakratie-Ansatzes in der Bundesagentur für Arbeit – Fiktion oder Anspruch für die Dienstleistungsbehörde der Zukunft?

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

In meiner Masterarbeit widme ich mich der Fragestellung, ob der Ansatz der Holakratie, welcher auf Inhalte von agilen und lernenden Unternehmen zurückgreift und darauf abzielt, eine Organisation von Grund auf umzustrukturieren und zu evolutionieren, in der öffentlichen Verwaltung und dabei speziell in der Bundesagentur für Arbeit (BA) implementiert werden könnte. Die zentrale Fragestellung der Masterarbeit lautet: Welche Chancen bietet der Holakratie-Ansatz als Organisationsansatz für die BA und welche Barrieren treten bei einer möglichen Implementierung auf?  Diese Fragestellung ist für die BA von besonderer Bedeutung, da bereits erste Ansätze agiler Methoden in der Behörde Einzug gefunden haben und die BA darauf abzielt, eine lernende, agile Organisation zu werden.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Ich habe das Thema zunächst theoretisch abgehandelt und dann eine empirische Studie durchgeführt. Im Rahmen der empirischen Untersuchung habe ich qualitative Leitfadeninterviews mit Führungskräften unterschiedlicher Führungsebenen (von der Ebene der Teamleiter/innen bis zum Vorstand) der BA durchgeführt und die Interviews mit der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Anschließend habe ich die Ergebnisse der Interviews diskutiert, mit den theoretischen Grundlagen rückgekoppelt und Erfolgsfaktoren für eine mögliche Implementierung in der Behörde abgeleitet.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die hierarchischen Strukturen der BA sowie die Abhängigkeit der BA in ihrer Aufgabenerledigung von anderen Behörden einer Implementierung des Holakratie-Ansatzes innerhalb der Gesamtorganisation entgegenstehen. Nichtsdestotrotz befürwortet ein Großteil der Interviewpartner/innen einen Wandel der Organisation hin zu einer agileren Arbeitsweise mit flexibleren Führungsstrukturen und mit Mitarbeiter(inne)n, die autonom innerhalb des gesetzlichen Rahmens arbeiten können. Es ist durchaus vorstellbar, einen solchen Ansatz zunächst in Pilotprojekten zu erproben, um den Erfolg für die Behörde, ähnlich wie bei der Einführung von Scrum in der BA, genauer zu untersuchen.
 
Kontakt: julia.eckstein1@gmx.de

 

Stephanie Blasius: Die Einführung einer automatisierten biometrischen Gesichtserkennung zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Im Rahmen der Masterarbeit wird die Forschungsfrage untersucht, welche verfassungsrechtlichen und besonderen datenschutzrechtlichen Anforderungen an den Einsatz der automatisierten biometrischen Gesichtserkennung zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung durch die Bundespolizei auf den Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes (§ 3 Bundespolizeigesetz (BPolG)) zu stellen sind. Diese Fragestellung ist hochrelevant, da bisher keine Rechtsgrundlage für den Wirkbetrieb der automatisierten biometrischen Gesichtserkennung existiert und der geplante Einsatz dieser Technik durch die Bundespolizei aufgrund der erheblichen Grundrechtsrelevanz in Deutschland stark umstritten ist. Den Prüfungsschwerpunkt bildet hierbei die verfassungsrechtliche Prüfung einer durch den Einsatz der automatisierten biometrischen Gesichtserkennung möglichen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz (GG).
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Die Untersuchung der Forschungsfrage erfolgte in zwei Schritten. Zunächst wurde zur theoretischen Einführung die technische Funktionsweise und Praxistauglichkeit der automatisierten biometrischen Gesichtserkennung sowie das der Masterarbeit zugrunde liegende Einsatzszenario basierend auf einer systematischen Literaturanalyse herausgearbeitet. Die rechtliche Untersuchung der Forschungsfrage erfolgte hingegen im Rahmen einer rechtsdogmatischen sowie einer rechtspolitischen Analyse. Im Rahmen der rechtsdogmatischen Untersuchung wurden verschiedene Rechtsquellen hinsichtlich möglicher für den Einsatz einer biometrischen Gesichtserkennung zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung relevanter Anforderungen ausgewertet.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Der Einsatz der automatisierten biometrischen Gesichtserkennung zum Zwecke der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ist nur unter Berücksichtigung sehr enger datenschutzrechtlicher und verfassungs­rechtlicher Anforderungen legitimierbar. Hierzu zählt u. a., dass der Einsatz der Gesichtserkennung immer an einen konkreten Anlass geknüpft werden muss – eine anlasslose Total­überwachung oder Fahndung „ins Blaue hinein“ scheidet somit aus. Angesichts der hohen Eingriffs­intensität in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darf bezüglich der Eingriffsschwelle das Vorliegen einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut (z. B. Leib, Leben und Freiheit der Person und der Bestand und die Sicherheit des Bundes und der Länder) nicht unterschritten werden. Im Bereich der Strafverfolgung dürfte die automatisierte biometrische Gesichtserkennung nur zur Verfolgung besonders schwerer Straftaten (§ 100b Abs. 2 StPO), zu denen beispielsweise Straftaten des Hochverrats und der Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates, die Bildung krimineller oder terroristischer Vereinigungen sowie Mord und Totschlag zählen, eingesetzt werden. Darüber hinaus sind sonstige materielle Voraussetzungen zu beachten, wozu insbesondere die Reduzierung der Erkennungsfehler durch das Gesichtserkennungssystem, das sofortige Löschen der Nicht-Treffer, die anlassbezogene Eingrenzung der polizeilichen Referenzdatenbank sowie die Reduzierung der Missbrauchsmöglichkeiten durch die Nutzung bundeseigener statt Fremd-Servern zählen.

Kontakt: blasius.stephanie@gmx.de

 

Max Ladendorf: Public Service Motivation in der Ministerialverwaltung – Eine Untersuchung am Beispiel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Im Fokus dieser Masterarbeit steht die Public Service Motivation (PSM). Gemeint ist damit eine spezifische intrinsische Arbeitsmotivation, die viele Beschäftigte im öffentlichen Sektor haben. Da die Begrifflichkeiten und Erkenntnisse zur PSM insbesondere auf den angloamerikanischen Raum fokussiert sind, stellt sich die generelle Frage der Anwendbarkeit des Konzepts der PSM für den deutschsprachigen Raum. Ziel der Masterarbeit ist vor diesem Hintergrund die Rekonstruktion des Konzepts der PSM unter besonderer Berücksichtigung des politiknahen Arbeitsfeldes einer Ministerialverwaltung in Deutschland.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Die Untersuchung erfolgte mit Hilfe von acht leitfadengestützten Experteninterviews mit Beschäftigten der Laufbahngruppe des höheren Dienstes im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Mit dieser Auswahl konnte sichergestellt werden, dass die Beschäftigten einen engen Kontakt zum parlamentarischen Raum haben, der insbesondere mit steigender Hierarchieebene (angefangen vom Referatsleiter bis zum Staatssekretär) zunimmt. Die Auswertung der aufgezeichneten Interviews erfolgte mit Hilfe der strukturierenden und der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Mit Hilfe der Interviews konnten die vier Dimensionen der Public Service Motivation nach Perry (Politische Motivation, Gemeinwohlorientierung, soziale Anteilnahme und Altruismus) beispielhaft für eine deutsche Ministerialverwaltung bestätigt werden. Im Gegensatz zu anderen deutschsprachigen Untersuchungen kann auch der Dimension ‚politische Motivation‘ eine besondere Ausprägung attestiert werden, die mit der Verortung der Ministerialverwaltung an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung zusammenhängen kann. Zudem wird angeregt, das Konzept um eine Dimension zu erweitern, die jene eigennützigen Aspekte umfasst, die die Ministerialbeamten für eine Tätigkeit im Ministerium motivieren. In erster Linie geht es dabei um das soziale Miteinander und die berufliche Absicherung, aber auch um fürsorgliche Angebote des Dienstherrn, wie Home-Office und Teilzeit.

Kontakt: max.ladendorf@gmail.com 

 

Georg Töws: Erkenntnisse aus der verwaltungsbezogenen Anwendung der Blockchain-Technologie im Kontext der Digitalisierung der Verwaltung

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Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Die Masterarbeit beschäftigte sich mit der Frage, welche Erkenntnisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus der verwaltungsbezogenen Anwendung der Blockchain-Technologie gezogen werden können. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Herausforderungen und Grenzen sowie auf der Identifizierung von Best Practices. Diese Fragestellung ist hochrelevant, weil die Blockchain-Technologie, trotz einer Dekade der kommerziellen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser, noch am Anfang steht. Gleichzeitig erleben wir derzeit einen sichtbaren Hype um diese Technologie, da sie zahlreiche Möglichkeiten mit sich bringt und ihr sogar ein disruptives Potenzial im Hinblick auf Wirtschaft und Verwaltung nachgesagt wird. Die gewählte Fragestellung hilft, die Thematik kritisch-rational zu betrachten, indem der Fokus auf den derzeitigen Status-Quo der Anwendung dieser Technologie gelegt wird.

Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Die Fragestellung wurde in drei Schritten untersucht: Zunächst erfolgte eine Dokumenten- und Literaturanalyse mit dem Ziel die theoretischen Grundlagen für die weitere Bearbeitung zu legen, wobei ein Phasenmodell für den Adaptionsprozess der Blockchain-Technologie entwickelt wurde. Dieses Phasenmodell bildete in einem zweiten Schritt die Basis für die Auswertung der empirischen Erhebung in Form von Experteninterviews zu verschiedenen europäischen Anwendungsfällen. Abschließend wurden anhand der Ergebnisse der Analyse Handlungsempfehlungen für ein erfolgreiches Vorgehen in der Adaption der Blockchain-Technologie formuliert.

Was haben Sie herausgefunden?

Die Potenziale der Blockchain-Technologie werden anhand der untersuchten Fälle im Wesentlichen bestätigt, wenngleich bei allen Fällen jeweils nur ein Teil der Möglichkeiten der Technologie genutzt wurde. Zugleich können unterschiedliche Ansätze in der Adaption der Technologie zum Erfolg führen, der derzeitige „Hype“ ist allerdings als hinderlich zu betrachten. Das theoretisch hergeleitete Phasenmodell für den Adaptionsprozess ist dazu geeignet, reale Adaptionsprozesse zu beschreiben.
 
Kontakt: toewsgeorg@web.de 

Dennis Häuser: Digitalstrategien der Länder im Vergleich

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich die Masterarbeit?

Ich habe untersucht, wie sich die parteipolitische Zusammensetzung der Landesregierungen in Deutschland auf deren Digitalstrategien auswirkt.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Im Rahmen der Masterarbeit habe ich eine strukturierte Inhaltsanalyse der Parteiprogramme ausgewählter Parteien zur Bundestagswahl 2017 sowie der Digitalstrategien von sieben Bundesländern durchgeführt. Außerdem habe ich Experteninterviews zur Verifikation der Ergebnisse der strukturierten Inhaltsanalysen durchgeführt.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Es sind Tendenzen erkennbar, dass die Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2017 einen indirekten Einfluss auf die Digitalstrategien der Länder haben. Auch ist deutlich zu erkennen, dass die Koalitionsvereinbarungen auf Landesebene direkten Einfluss auf die Digitalstrategien haben. Eine „typisch linke“ oder „typisch konservative“ Digitalpolitik gibt es aber nicht, da dieses Politikfeld deutlich weniger ideologisch geprägt ist als andere Politikfelder. Das heißt auch, dass andere Akteure als die Parteien einen starken Einfluss auf die Inhalte der Digitalpolitik der Länder entfalten können.
 
Kontakt: haeuser.dennis@gmail.com

 

Daniel Günther: Die parlamentarische Einflussnahme auf den Einsatz von Streitkräften in Deutschland und in Frankreich

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich die Masterarbeit?

Inwieweit wird der Aufbau „Europäischer Streitkräfte“ durch die unterschiedlichen konzeptionellen und verfassungsrechtlichen Ausrichtungen der beiden Länder beeinflusst? Entstehen durch den Einfluss der jeweiligen Parlamente Hemmnisse für den Einsatz dieser Streitkräfte?

Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Ich habe die sicherheitspolitischen, konzeptionellen sowie rechtlichen Perspektiven der parlamentarischen Einflussnahme auf die Entsendung von Streitkräften in Deutschland und in Frankreich vergleichend analysiert und bewertet. Abschließend habe ich auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse einen Ausblick auf die zukünftige Umsetzungspraxis der „Europäischen Streitkräfte“ gegeben.

Was haben Sie herausgefunden?

In der Gesamtbetrachtung scheint es, als stünden sich grundverschiedene nationale Denkmuster staatlichen und sicherheitspolitischen Verhaltens konträr gegenüber. Die vehemente Fokussierung auf die eigene nationale Position wirkt in Anbetracht europapolitischer Einigkeit der beiden Länder befremdlich. Die legislative Letztentscheidung über die Entsendung von Streitkräften wird in Deutsch­land nicht nur in der rechtlichen Auslegung und den strategischen Papieren, sondern auch in den konzeptionellen Ausrichtungen zu den „europäischen Streitkräften“ konsequent gelebt. Eine Aufweichung dieser Überzeugung hinsichtlich der „französischen Konzeption“ wird sowohl von Seiten des Parlamentes als auch der Regierung grundsätzlich abgelehnt. Durch die Haltung Deutschlands ist die Etablierung „Europäischer Streitkräfte“ über die bisher vereinbarten Maßnahmen hinaus nicht umsetzbar.
 
Kontakt: daniel.guenther@gmx.org 

 

Diana Thomas: Zwischen Tafelkreide und App – digitale Medienkompetenz als Wettbewerbsvorteil an Schleswig-Holsteins Grundschulen. Entwicklung eines Musterkonzepts und Leitfadens zum Einsatz in Grundschulen für Eltern und Lehrkräfte

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Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Im Zuge der anstehenden Umsetzung des Förderprogramms „DigitalPakt Schule“ an Grundschulen in Schleswig-Holstein ging es darum, neue Erkenntnisse über Kunden- und Stakeholdereinstellungen zu gewinnen. Grundschulen stehen im Wettbewerb und werden bei Mindestschülerzahlunterschreitung geschlossen. Sie müssen demnach Verwaltungsmarketing betreiben und sollten, so die Erkenntnis aus der Arbeit, eine stakeholderorientierte Produktausrichtung und Kommunikation betreiben. Die Masterarbeit liefert damit eine Basis für den in den nächsten Jahren anstehenden Change  Management Prozess.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Ich habe mehr als 500 Kinder, knapp 300 Eltern und mehr als 50 Lehrkräfte an fünf Grundschulen in Schleswig-Holstein befragt. Da Grundschulen noch nicht digital arbeiten, musste ich die Fragebögen drucken lassen, um sie dann an Kinder, Eltern und Lehrkräfte zu verteilen. Diese haben die Fragebögen per Hand ausgefüllt. Die statistischen Auswertungen der umfangreichen Daten wurde von mir mithilfe des Statistik-Programms SPSS vorgenommen.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es kein allgemeingültiges Patentrezept für Grundschulen in der Ausrichtung ihrer Marketingstrategie gibt. Eltern haben unterschiedliche Einstellungen, wobei sich signifikante Unterschiede nach Schulen ergeben haben. Eine den Einstellungen der Eltern entgegenstehende Ausrichtung der digitalen Medienkompetenzvermittlung kann Auswirkungen auf die Anmeldezahlen an einer Grundschule haben und im schlimmsten Fall zur Schulschließung mangels ausreichender Schülerzahlen führen. Aber auch innerhalb der digitalen Ausrichtung helfen die Erkenntnisse, den anstehenden Change-Prozess so auszurichten und seitens der Schulleitung zu steuern, dass sowohl Eltern als auch Lehrkräfte motiviert „mitgehen“ können.
Aus den Erkenntnissen habe ich einen Kommunikationsleitfaden und ein Musterkonzept zur Beantragung der Mittel aus dem Digitalpakt entwickeln können und in mehreren Schulen Vorträge gehalten. Bei den untersuchten Grundschulen kommt dies gut an: erste Schulkonferenzbeschlüsse zur Umsetzung meiner Empfehlungen finden sich bereits auf den Tagesordnungen einiger Grundschulen. Kurz nach Abschluss meiner Arbeit führte das CORONA-Virus zur vorübergehenden Schließung aller Schulen. Die damit zwangsweise durchgeführten Versuche für unvorbereitetes, digitales „Weitermachen“ (denn die Schulpflicht ist ja nicht aufgehoben) unterstreichen die Relevanz der Masterarbeit.
 
Kontakt: thomasdiana@t-online.de

Christina Pesch: Strafverfahren und behördliches Disziplinarverfahren – eine kritische Betrachtung von Fehlverhalten Beamter in Hinblick auf eine mögliche Doppelbestrafung

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

In meiner Masterarbeit habe ich mich näher mit dem Fehlverhalten von Beamten und dessen möglichen strafrechtlichen und disziplinarrechtlichen Folgen befasst. Denn begeht ein Beamter bspw. eine Straftat, so muss er neben strafrechtlichen Konsequenzen i.d.R. auch disziplinarrechtliche Folgen befürchten. Das bedeutet, dass das Fehlverhalten eines Beamten gleich zwei staatliche Reaktionen nach sich zieht, was häufig als eine „Doppelbestrafung“ von Beamten wahrgenommen wird. Dieses Nebeneinander von Kriminalstrafe und Disziplinarmaßnahme habe ich in meiner Thesis untersucht und kritisch beleuchtet, inwieweit in dieser kumulativen Sanktionierung eines Beamten eine „Doppelbestrafung“ zu sehen ist und diese ggf. zulässig ist.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Um die Frage beantworten zu können, habe ich in meiner Arbeit zunächst systematisch das Verhältnis sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Strafrecht und Disziplinarrecht aufgearbeitet. Anschließend erfolgten eine rechtsdogmatische Betrachtung der einschlägigen verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Normen sowie eine eingehende Analyse von Rechtsprechung und Literatur. Von besonderer Bedeutung waren dabei verfassungsrechtlich das sogenannte Doppelbestrafungsverbot gem. Art. 103 Abs. 3 GG und der aus dem Rechtsstaatsprinzip nach Art. 20 Abs. 3 GG abgeleitete Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sowie einfachgesetzlich insbesondere die Strafzumessungsregelungen und das disziplinarrechtliche beschränkte Maßnahmeverbot.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Ich bin in meiner Arbeit letztlich zu dem Ergebnis gekommen, dass das Zusammentreffen einer Kriminalstrafe einerseits und einer Disziplinarmaßnahme andererseits trotz des teilweisen strafähnlichen Charakters der disziplinarrechtlichen Folgen keine Doppelbestrafung im rechtswissenschaftlichen Sinne darstellt. Dies bedeutet wiederum aber nicht, dass deshalb das Nebeneinander beider Sanktionen sowohl verfassungsrechtlich als auch einfachgesetzlich uneingeschränkt zulässig ist. Vielmehr wird insbesondere durch das disziplinarrechtliche Maßnahmeverbot und die Berücksichtigung der disziplinarrechtlichen Folgen im Rahmen der Strafzumessung eine weitgehende Kompensation der zusätzlichen Belastungen des Beamten angestrebt.
 
Kontakt: Falls Sie Interesse an einer Kontaktaufnahme haben, wenden Sie sich bitte an die Akademische Leiterin des MPA-Studiengangs (sveit@uni-kassel.de). Frau Prof. Veit stellt bei Bedarf gerne den Kontakt zu Frau Pesch her.

 

Christian Arneth: Betrachtung der ehrenamtlichen Rechtsstellung des bayerischen Bürgermeisteramtes

Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

Untersuchungsgegenstand war die Rechtsstellung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Bayern, welche zwischen ehrenamtlicher und berufsmäßiger Ausführung unterschieden wird. Das Gesetz trifft dabei zwar eine grundsätzliche Einteilung anhand der Einwohnerzahl der Kommune, lässt durch Satzungserlass allerdings örtlich eine Abweichung zu. Ziel der Arbeit war die empirische Untersuchung der Unterschiede der Rechtsstellungen sowie damit zusammenhängender Kriterien (zum Beispiel Arbeitszeiten und Belastung, Auswirkungen auf Verwaltung und Kommunen), insbesondere aus Sicht der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.
 
Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

Ich habe mich dem Thema zuerst klassisch durch die Auswertung von Fachliteratur, Statistiken und Zeitungsartikeln genähert, um die Gesetzessystematik und den Ist-Zustand darzustellen. Hauptgegenstand der Untersuchung stellte jedoch die Auswertung sowohl einer quantitativen als auch einer qualitativen Datenerhebung dar. Hierzu wurde zuerst eine Abfrage aller maßgeblichen Kriterien durch eine Umfrage bei den bayerischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern durchgeführt. Die hierdurch gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend im Rahmen von Leitfadeninterviews mit Mitgliedern des Fachausschusses im Bayerischen Landtag aus Sicht der Gesetzgebungsseite analysiert.
 
Was haben Sie herausgefunden?

Durch die Datenerhebung und die Interviews konnten vielschichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Grundsätzlich stellt sich das bayerische System – auch im Vergleich mit anderen Bundesländern – als sehr liberal und flexibel dar. Bei sachgemäßer Entscheidung erlaubt es den Kommunen, auch individuellste örtliche Anforderungen an das Bürgermeisteramt und die Amtsinhaber erfüllen zu können. Gleichwohl zeigte sich allerdings, dass bei den örtlichen Entscheidungen in großem Maß unsachliche Gründe Einfluss nehmen, und das Gesetz bereits seit längerem nicht mehr den aktuellen Ist-Zustand der Kommunalstruktur abzubilden vermag. Darüber hinaus konnten weitere Einzelpunkte innerhalb des umfassenden Themengebietes identifiziert werden, welche eine Anpassung der seit über 50 Jahren bestehenden Gesetzesregelung an sich in den letzten Jahren verändernde Rahmenbedingungen begründen würden.
 
Kontakt: christian.arneth@gmail.com  
 
 

 


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