Absolventenstimmen

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„Das berufsbegleitende Studium belebt mein Beratungsgeschäft“


Leiterin des Steinbeis-Instituts für Ressourcen-Entwicklung: UNIKIMS stach heraus

Katja Wolter stammt von der Ostsee und hat nach dem Abitur 1996 Wirtschaftswissenschaften studiert. Ihr erster Job führte sie nach Frankfurt am Main zu einem internationalen Baustoffkonzern, aber den fand sie „nicht so interessant“. Außerdem zog es sie wieder näher ans Meer. Da lag Berlin als nächste Etappe gen Nordosten auf dem Weg. Bei der ARD-Anstalt Rundfunk Berlin-Brandenburg war sie Referentin in der Verwaltungsdirektion. Aber auch diese Aufgabe befriedigte Katja Wolter nicht zu 100 Prozent. Sie wollte mehr machen – aus sich und ihrem Leben. Abwechslung versprach eine mehrmonatige Reiseauszeit in Südamerika. Anschließend arbeite Katja Wolter im Finanzbereich einer Konzertagentur in Berlin.

DGSV-zertifizierte Studiengänge in Hannover, Bielefeld und Kassel in der engeren Wahl

Schließlich zog es Katja Wolter zurück in die Heimat nach Greifswald, indes sie sich immer dringlicher die Frage stellte, ob ein Zusatzstudium oder die Promotion den Weg zu einer erfüllenden Aufgabe öffnen würde. Auf der Suche nach der Antwort fand sie ihre neue Aufgabe. Sie machte sich selbständig mit einem eigenen Institut – dem Steinbeis-Institut für Ressourcen-Entwicklung – arbeitete als Trainerin und Dozentin und kam in immer engeren Kontakt mit der Universität in Greifswald. „Die Uni fragte mich, ob ich auch Coaching und Personalentwicklung anbieten würde. Das war schon ein starker Impuls. Ich wusste, dass ich den BWL-Teil definitiv kann, aber für den psychologischen Anteil wollte ich mich auf jeden Fall besser qualifizieren. Dann habe ich mich schlau gemacht, wo man in einem vom DGSV zertifizierten Studiengang einen Masterabschluss auf dem Gebiet der Organisationsentwicklung erreichen kann. Ich schaute mir die Angebote der Unis in Hannover, Bielefeld und Kassel an, und der berufsbegleitende Studiengang der UNIKIMS, der Managementschool der Universität Kassel, in dem es um Organisationsberatung, Supervision und Coaching ging, stach heraus.“

Qualität, Vielfalt, Kooperation mit Klagenfurt und Gruppendynamik

Katja Wolter überzeugte die Möglichkeit eines Masterabschlusses auf universitärem Niveau, und schon beim Studium der Internetseite der UNIKIMS erkannte sie die weiteren Stärken des Studiengangs wie die Vielfalt und Qualifikation der Dozenten, die Kooperation mit der Universität Klagenfurt und die Berücksichtigung der Gruppendynamik. „Der einzige Nachteil war für mich die zentrale Lage Kassels mitten in Deutschland, denn das bedeutete für mich sechs Stunden Anreise zu den Präsenzphasen. Der Studiengang musste schon einen großen Mehrwert bringen, damit sich der zusätzliche Tag für den Hin- und Rückweg lohnt. Ich dachte mir, ich schaue mir das ein Semester an, dann entscheide ich“, berichtet Katja Wolter.

„Die härteste Arbeit ist die Arbeit an sich selbst“

Sie hat sich entschieden: „Das bringt mich weiter. Während es in BWL um eher abstrakte Effizienzbetrachtungen geht, steht hier die Eigenreflektion, die menschliche Perspektive und somit die Dynamiken zwischen den Menschen im Vordergrund. Es geht um Fragen wie jene: Was treibt Menschen an? Das bringt mir was, und ich denke über mich nach.“ Die härteste Arbeit, weiß Katja Wolter nun, ist die Arbeit an sich selbst, denn zum Studium gehöre es, die eigene Persönlichkeit zu entdecken und der Frage nachzugehen: „Was macht mich aus?“

„Meine Aufträge weiteten sich aus, und meine Kenntnisse konnte ich einsetzen“

Parallel zum Studium besuchte Katja Wolter weitere Seminare zu den Themen des Studiengangs an anderen Orten, „und meine Aufträge in der Selbständigkeit begannen sich in diese Richtung auszuweiten. Ich konnte das Wissen aus dem Studium sofort anwenden. In einem meiner Seminare „Projektmanagement für Promovierende“ geht es um Fragen wie die Strukturierung des wissenschaftlichen Projektes, um Probleme in der Forschergruppe, um Karriereberatung und um Coaching. Meine Kenntnisse in Supervision konnte ich unheimlich gut einsetzen“.

„Meine Workshops haben sich verbessert, mein Spektrum hat sich erweitert“

Das Geschäft der selbstständigen Organisationsberaterin hat sich belebt: „Ich habe andere Anfragen erhalten, und ich wurde besser, denn als Teilnehmerin im Studium habe ich die Dozenten – und damit auch mich in meiner beruflichen Rolle als Dozentin – anders zu sehen gelernt. Ich habe gesehen, was nervt, und was gut geht. Meine eigenen Workshops haben sich verbessert, und ich wende andere Lehr- und Lernmethoden an. Mein Themenspektrum hat sich um Coaching und Supervision, Organisations- und Teamentwicklung erweitert.“

„Man lernt spannende Leute kennen, und das Netzwerk wächst“

Das Studium gibt Katja Wolter bessere Qualität – etwa in der Einzelsupervision. Der Studiengang bietet ein Testfeld, um die Fragen unterschiedlich zu stellen. Man erfährt von anderen, was nicht funktioniert hat, warum eine Beratung scheiterte und wie man es besser macht. Katja Wolter spricht von einer „guten Nebenbei-Beratung“ durch die Kommilitonen: „Man lernt spannende Leute kennen. Man arbeitet mit Menschen zusammen, die unterschiedliche Stile pflegen, und das Netzwerk wächst.“

  


„Die reflexive Arbeit an der eigenen Haltung“

Claudia Bredt kehrt als eine der ersten Studierenden des Masterstudiengangs als Dozentin an die UNIKIMS zurück 

Claudia Bredt gehörte zu den ersten Studierenden, als der Masterstudiengang Mehrdimensionale Organisationsberatung, jetzt Coaching, Organisationsberatung und Supervision, an der UNIKIMS in 2008 begann. Heute berät sie  Führungskräfte, Teams und Gruppen. Sie qualifiziert Seminarausbilder für die Lehrerausbildung, hat Erfahrung in Weltkonzernen und leitet Entwicklungsprogramme für Führungskräfte der Premiumhersteller in der Automobilindustrie. Ihre Begleitung ist aber auch in der ältesten, noch existierenden Institution der Welt gefragt, die im Inneren hochmodern sein kann.

Zertifiziert durch die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv)

Nach dem Studium der Sonderpädagogik und Sportwissenschaften erkannte Claudia Bredt ihre Stärken in der Erwachsenenbildung. Ihre Freude an der Arbeit als Seminarausbilderin hat sie bis heute behalten: „In der Lehrerausbildung war Beratung immer mein Thema gewesen. Im Laufe der Jahre wurde der Wunsch nach einer vertieften Professionalisierung immer größer.“ Darum suchte Claudia Bredt von Nordrhein-Westfalen aus deutschlandweit eine akademische Beraterausbildung. Vom Aufbau und der Konzeption des Studiengangs der UNIKIMS war sie von Anfang an angetan. Die räumliche Nähe der hessischen Hochschule zu NRW spielte hingegen keine Rolle. „Wichtig war mir insbesondere, dass der Studiengang durch die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv) anerkannt ist, und ich von entsprechend hohen Standards des Studiums ausgehen konnte,“ sagt Claudia Bredt und stellt rückblickend fest: „Es war eine Herausforderung, wieder in die wissenschaftliche Ausbildung einzusteigen und das Studium neben dem Beruf zu stemmen. Ich hatte mir dieses Ziel gesetzt und habe es konsequent durchgezogen, obwohl die Masterarbeit zunächst wie eine große Hürde erschien!“ Doch die forschende Arbeit innerhalb der eigenen Organisation machte Spaß, und die Studentin absolvierte alle Leistungsnachweise innerhalb der sechs Semester.

Die Lehrenden begleiten den Wiedereinstieg in die wissenschaftliche Arbeit

„Die Lehrenden im MDO haben den Wiedereinstieg in die wissenschaftliche Arbeit gezielt begleitet. Menschen mit den unterschiedlichsten Ursprungsprofessionen aus ganz Deutschland und Österreich kamen in meiner Studierendengruppe zusammen,“ erinnert sich Claudia Bredt: „Ebenso unterschiedlich habe ich auch die individuellen Interessen erlebt. Es gab unter uns zum Beispiel Führungskräfte, die über das Studium eine umfassendere Organisationskompetenz erlangen wollten. Andere wollten mehr ein professionelles Verständnis von Teams und Gruppen im Kontext von Organisation entwickeln, und einige Studierende strebten eine Weiterentwicklung in der eigenen Organisation oder auch den Schritt hinaus in die Selbstständigkeit an. Ebenso waren auch mehrere Kommilitonen bereits selbstständig und nutzten das Studium für eine Weiterprofessionalisierung für ihre arbeitsweltbezogene Beratung.“

„Sie machen sich selbst zum Lerngegenstand“

Das Studium nutzte Claudia Bredt, um sich in ihrer Tätigkeit in der Erwachsenenbildung weiterzuentwickeln, ihr Wissen und Können innerhalb ihrer beraterischen Expertise zu erweitern und eine umfassendere fachliche Beraterkompetenz zu erlangen. Das setzt nach ihrer Einschätzung aber eine gleichzeitige kontinuierliche Auseinandersetzung mit der eigenen Person voraus. „Dabei  machen Sie sich selbst zum Lerngegenstand. Sie gehen durch die eigenen Täler und bewältigen diese Krisen, lernen stehen zu bleiben und hinzusehen, professionell auf sich selbst zu schauen. In jedem Modul erweitern Sie das Wissen über sich selbst und die Wirkung auf andere“, sagt Claudia Bredt. Dieser Weg ist für die Beraterin unverzichtbar, „denn ich muss die Frage beantworten: Wie viel muss ich über mich selbst wissen, um andere verstehen und begleiten zu können. Sobald Sie in die Beratung eintreten, sind Sie selbst Teil des Systems und nehmen Einfluss. Sie müssen ein guter Selbstbeobachter sein um engagiert und in professioneller Distanz beraten zu können.“

Als Stärke des Studiengangs beschreibt Claudia Bredt „die reflexive Arbeit an der eigenen Haltung“. Der Studiengang rege an, Fragen an zu stellen, anstatt nur Antworten zu geben in der Auseinandersetzung mit Theorien zu Person / Gruppe /Organisation, in professionstheoretischen Überlegungen zur arbeitsweltlichen Beratung sowie in der Aneignung von Diagnose-, Evaluations-, Forschungs- und Beratungsmethoden.

Die begleitende Beratungspraxis als Bindeglied zwischen Theorie und supervisorischer Profession

Ein wesentliches Bindeglied zwischen Theorie und Praxis stellt für Claudia Bredt die begleitende Beratungspraxis dar: „Ab dem zweiten Semester suchte ich mir meine erste Lernsupervision und ließ diesen Prozess durch eine Lehrsupervisorin begleiten. Etwas später hatte ich das Glück, innerhalb meiner eigenen Organisation jedoch  außerhalb meines eigenen Arbeitsfeldes, Gruppensupervision für neu eingestellte Mitarbeiter anbieten zu können und auch diesen Prozess innerhalb einer Gruppenlehrsupervison beraten zu lassen.“ Ein wichtiger Teil des Studiums sei somit die Lehr- und Lernsupervision. Die konstruktive und rekonstruierte  Auseinandersetzung mit der Einzel-, Gruppen- und Organisationsberatung ermögliche eine vertiefte Reflexion der eigenen beraterischen Praxis und gewährleiste einen wissenschaftlich abgesicherten Trainingsraum und Trainingssettings, die auf die spätere Tätigkeit vorbereiten und an die Praxiserfahrung andocken. „ In diesem Feld braucht der Studiengang weitere konzeptionelle Vertiefung, Lehrsupervision an sich mehr Forschung“, so Claudia Bredts Sichtweise.

„Jede Ausbildung muss sich den Veränderungsdynamiken stellen“

„Doch zwischen meinen persönlichen Erfahrungen im MDO und heute ist fast ein Jahrzehnt vergangen“, räumt Claudia Bredt ein. In diesen Jahren habe sie mehr als je zuvor auch im eigenen beruflichen Feld erfahren, wie sich gesellschafts- und bildungspolitische Rahmenbedingungen änderten: „Dies sehe ich auch für den gesamten Beratungssektor. Jede Supervisions- und Coachingausbildung muss sich, will sie zukunftsfähig sein, den derzeitigen Veränderungsdynamiken in der Gesellschaft, Bildung, Arbeit und Beratung stellen, beweglich sein und bleiben.“ Denn diese Beweglichkeit brauche auch die Person des Beraters in Supervision und Coaching, damit sie Personen und Gruppen in der jeweiligen Arbeitswelt kontextbezogen darin begleiten könne,  in beständigen wie sich verändernden Welten professionell zu agieren.

Vom Wintersemester 2017/18 an ist Claudia Bredt selbst mit einer Lehrveranstaltung Dozentin in dem Masterstudiengang.

 


„Kein anderes Studium verändert den Blick auf die Wirklichkeit so sehr“

Carsten Rahier, Geschäftsführender Gesellschafter der sera GmbH, erfährt mehr über Menschen in Organisationen 

2017 schließt Carsten Rahier, Geschäftsführender Gesellschafter des Umwelttechnologieunternehmens sera GmbH in Immenhausen bei Kassel, sein dreijähriges Masterstudium in Mehrdimensionaler Organisationsberatung (MDO) ab. Es ist sein dritter akademischer Abschluss nach dem des Wirtschaftsingenieurs und des MBA in General Management. Vermutlich hat kein anderes Studium seinen Blick auf die Wirklichkeit so verändert, wie dieses jüngste Studium an der UNIKIMS, der Management-School der Universität Kassel.

„Ich achte bewusster auf die Dinge“

„Ich achte bewusster auf die Dinge, und wie ich mit anderen umgehe“, sagt Rahier: „Ich möchte eine berufliche Atmosphäre des einander vertrauen schaffen, in der wir nicht nur „Vertrauensarbeit“ praktizieren, sondern auch vertrauensvoll miteinander umgehen. Wir arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb ohne Stechuhr.“ Erfolge, sagt der Unternehmer, gebe es dank des Studiums im „Miteinander“, in der Achtsamkeit aufeinander und in der Bereitschaft zur Veränderung und zum Changemanagement. In der Cafeteria und im Bistro mit den Spielen und dem Tischkicker zum Beispiel gebe es einen „Dorfplatz im Unternehmen“, an dem Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilungen zusammenkommen und zusammen Spaß haben. Einen ökonomischen Nachteil habe das keinesfalls. Im Gegenteil, vermutet Rahier, der Treff am Dorfplatz stärke das Miteinander und die Nachhaltigkeit des Unternehmens. Er halte und gewinne Menschen, die „gerne hier arbeiten“, und zum Beispiel so ein Kicker führe Menschen zusammen.

Starke Veränderungen in der sozialen Umwelt und im Unternehmen

„Eigentlich“, sagt Rahier, „bin ich als Unternehmer sehr sozial und werteorientiert eingestellt, und ich wollte schon immer mehr über anthropologische und philosophische Themen wie den Sinn des Lebens in Erfahrung bringen. In den letzten Jahren spürte ich zudem stärkere Veränderungen in mir und in der sozialen Umwelt sowie in meinem Unternehmen“. Rahier suchte, wie er es sagt, „nach Sinn und seiner Spur des Lebens“, beschäftigte sich im Austausch mit Pater Anselm Grün mit Fragen der Wirtschaft und des Führens von Menschen vom Standpunkt christlicher Werte aus, und er erwog sogar ein Studium der Psychologie zu absolvieren. Doch dafür war neben dem Beruf in einem international agierenden Unternehmen keine Zeit. Die Personalleiterin in seinem Unternehmen motivierte er, sich zum Trainer und Coach zu qualifizieren, „aber ich wollte es wissenschaftlicher“.

Überzeugende Fokussierung auf Individuum, Gruppe und Organisation

Durch die Umfrage eines Studenten des MBA-Studiengangs General Management an der UNIKIMS unter Mittelständlern, der auch Rahier befragte, wurde der hessische Unternehmer auf die Management-School der Universität Kassel aufmerksam. Als Rahier dann wenig später im Sommerurlaub nach Studiengängen suchte, die ihm helfen sollten, mehr über Menschen in Organisationen zu erfahren, stieß er auf den Masterstudiengang der UNIKIMS und machte sich mit dem Curriculum und der Prüfungsordnung vertraut. Ihn überzeugte die wissenschaftliche Fundierung und die abgestufte Fokussierung in den drei aufeinanderfolgenden Jahren des Studiums vom Individuum über die Gruppe hin zur Organisation.

„Es ist logisch und hilfreich, mit sich selbst anzufangen“

Es erschien Rahier „hilfreich und logisch, erst mit sich selbst anzufangen“. Er stellte fest: „Die Studenten sind Teil des Ganzen. Als Studierende sind wir zugleich Probanden und Untersuchungsobjekte.“ Rahier berichtet, er sei „an Dinge herangekommen, die in meiner Vergangenheit liegen“. Er erfuhr sich als Einzelnen in der Gruppe, und er war Teil des Versuchs, wie sich Menschen, die sich nicht kennen und unter denen es noch keine Strukturen gibt, selbst zu organisieren beginnen. Es sei rückblickend „sehr gut gewesen“, dies alles am eigenen Leib und der eigenen Seele zu erfahren, wie andere Menschen, wie Gruppen und wie Organisationen auf den Einzelnen einwirken, und was sie in ihm bewirken. „Es war sehr gut, aber es war auch sehr anstrengend“, berichtet Rahier: „Wir erfuhren vieles an uns selbst, lernten nach und anhand der eigenen Erfahrung viel Theorie, absolvierten Einzel- und Gruppenarbeit. Wir lernten Methoden, indem wir Teil der Anwendung waren. Es herrschte große Vertraulichkeit, und die meisten haben sich weit geöffnet. Es war eine große, dichte Arbeitsintensität.“

Einsicht in die Wirkung der eigenen Person auf andere

Im Studium gewann der Unternehmer Einsichten über sein eigenes Verhalten und seine Wirkung auf andere. „Auf Dinge, die ich zuvor unreflektiert tat, erfuhr ich nun Reaktionen und nahm diese zur Kenntnis“, sagt Rahier. Profitiert habe er auch sehr vom Austausch mit den anderen Studenten, die im Beruf Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Betriebswirte und Theologen seien. Er sei der einzige Ingenieur mit einer Managementausbildung in der Studiengruppe. Im Austausch mit den anderen habe er „eine spannende Erfahrung“ gesammelt: „Man sieht auf die gleiche Sache und nimmt etwas Anderes wahr.“

„Nicht jeder gute Spieler ist auch ein guter Trainer“

Die Reflexion und der Austausch seien eine Bereicherung auch für den Alltag im Unternehmen. Dort gelte es, Wissen zu teilen und zu mehren, statt im leistungsorientierten Kampf Barrieren zu verteidigen. Im Mittelstand, sagt Rahier, werden Menschen für Führungsaufgaben vielfach nicht vorbereitet und dann auch noch allein gelassen. Kollegen, die in Personalverantwortung kommen, seien meist fachlich sehr versiert und erfahren, aber „nicht jeder gute Spieler ist auch ein guter Trainer“, so Rahier. Viele versuchten Führung mit „Trial and Error, was dann im besten Fall auch irgendwann nach längeren Vergemeinschaftungsprozessen funktioniert, oftmals aber nur suboptimal oder auch gar nicht“. Häufig seien die Führungsverantwortlichen mit ihren Entscheidungen auch sehr einsam. Rahier möchte nach seinen wissenschaftlich begleiteten Erfahrungen als Individuum in Gruppen und Organisationen Modelle entwickeln, um jungen Führungskräften mehr Unterstützung zu gewähren. Darüber hinaus möchte er anderen Menschen und Organisationen beratend helfen, dass das Miteinander und das gemeinsame Wirken besser gelingt.

   


„Ich muss Organisation erfahren, um sie zu verstehen“

Sabine Soldner: „Wer mit Organisationen arbeiten will, der braucht ein solches Studium.“

„Wer mit Organisationen arbeiten will, der braucht ein solches Studium. Ich empfehle das berufsbegleitende Masterstudium an der UNIKIMS. Definitiv“, sagt Sabine Soldner. „Begeistert hat mich der Aufbau“, von der Person über die Gruppe schließlich die Organisation zuerst zu erfahren und dann zu verstehen. Mit dem Studium, sagt Sabine Soldner, habe sie nicht ihr Wissen und Können um eine weitere Dimension ergänzt, sondern sie sei in einen neuen Beruf hineingewachsen. Während der drei Jahre des Studiums entwickelte sich Sabine Soldner von der Personalreferentin, die Führungskräfte in einem stark expandierenden internationalen Konzern beraten hat, zur Organisationsberaterin des Senior Managements und des Vorstandes. Der Konzern, die SMA Solartechnology AG, bewältigte in dieser Zeit eine tiefe, Existenz bedrohende Krise, in die er wegen grundlegender Veränderungen auf seinem Weltmarkt der Erneuerbaren Energien geraten war, mit einem fundamentalen Umbau seiner Organisation. Der Konzern ist heute flexibler als zuvor, hat die Ertragswende geschafft und seine Exportquote auf mehr als 90 Prozent gesteigert.

Von der Beschäftigung mit Menschen zur Beschäftigung mit Systemen

Sabine Soldner war zunächst Sozial-Pädagogin im Dienst des Diakonischen Werks Kassel, arbeitete etwa zehn Jahre mit Kindern, Familien und Paaren sei es auf dem Abenteuerspielplatz oder in der Erziehungsberatung. Mit den Jahren stellte sie fest, dass ihr therapeutisches Wissen über Menschen und insbesondere über Kinder fehlte. Über fünf Jahre bildete sie sich parallel zum Beruf zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin weiter. Das bedeutete berufsbegleitend Theorie und Praxis der Psychotherapie zu erlernen und zu erwerben, Selbsterfahrung zu sammeln und selbst unter Supervision analytisch zu arbeiten. Nun beschäftigte sich Sabine Soldner zwar umso kompetenter mit dem einzelnen Menschen, nahm aber zugleich die Gruppen und Systeme in den Blick, in denen die Individuen leben und agieren. Sie empfand ein leises Gefühl in sich, dass die Beschäftigung mit Systemen ein spannendes nächstes Ziel sein konnte.

Als Therapeutin in den großen Konzern statt in die eigene Praxis

Eigentlich wollte sie sich damals, am Anfang dieses Jahrzehnts, mit einer Praxis als Therapeutin niederlassen. Doch ihr früherer Chef aus der kirchlichen Einrichtung war als Leiter der Abteilung Human Ressources zu einem stark wachsenden Unternehmen aus der Solarbranche gewechselt und bot Sabine Soldner die Mitarbeit an. Die Pädagogin und Therapeutin folgte ihrer Neugier. Einmal in dem Konzern angekommen, in dem das enorme Wachstum von einem unglaublichen Enthusiasmus der Mitarbeiter getragen wurde, während sich die Bedingungen am Weltmarkt schon zu wandeln begonnen hatten, „war ich mit meinem Blick auf den Menschen gut beraten, auch auf die Systeme zu schauen und die Defizite des schnellen Wachstums zu erkennen“. Denn, wenn etwas schnell wachse, „dann geht das irgendwie“, weil engagierte Mitarbeiter die strukturellen Mängel durch ihren Einsatz ausglichen, aber es gehe zu viel Energie in den nicht ans Wachstum angepassten Strukturen verloren.

„In Kassel ist vieles besser als an anderen Universitäten“

Sabine Soldner sah die Veränderungen auf sich und ihren Arbeitgeber zukommen und fasste den Entschluss, sich mit Organisationsentwicklung zu befassen, „denn ich versuchte zu verstehen, was an meinem Arbeitsplatz vor sich geht“. Im Internet suchte Sabine Soldner nach einer passenden Ausbildung und stieß auf den Masterstudiengang  an der UNIKIMS. Mit der Kasseler Universität hatte sie im Erststudium „sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Sabine Soldner: „Vieles war besser als an anderen Universitäten und Fachhochschulen.“ Am Masterstudiengang  reizte sie sogleich der Aufbau, der von der Person über die Gruppe zur Organisation führt, und sie hatte das Gefühl, mit ihrem Erfahrungswissen und aus der beruflichen Situation heraus sogleich ans neue, berufsbegleitende Studium anschließen zu können, denn im Unternehmen stieß sie mit ihrem Wissen, das auf Individuen ausgerichtet war, an Grenzen. Das war 2012.

Lernen durch Erfahrung in drei Dimensionen: Mensch, Gruppe und Organisation

Entscheidend für den Erfolg dieses Studiums ist für Sabine Soldner, dass zunächst die Erfahrung der eigenen Person, die Erfahrung von Gruppe und schließlich von Organisation den Weg zum Wissen eröffnet. Unvergessen ist Sabine Soldner die Zeit im „Organisationslabor“ in Klagenfurt gegen Ende des Studiums, wo bis zu hundert Menschen versuchen, ohne Vorgaben oder eine vorhandene Organisation sich selbst zu organisieren. Dort hat Sabine Soldner als Teil der Gruppe erlebt, „wie sich Menschen organisieren, wenn sie es müssen, und wenn sie keine andere Wahl haben. Wenn eine Organisation fehlt, dann wird man organisiert, in dem man Organisation gestaltet.“ Dort hat Sabine Soldner durch Erfahrung gelernt, „sich manchmal herauszunehmen als Individuum, damit Organisation überhaupt gelingen kann. Der Mensch verschwindet in der Gruppe, die Gruppe wiederum in der Organisation. Mensch und Gruppe werden unwichtig in der Organisation. Die Organisation ist das Monster, das alle frisst, und die dennoch nicht ohne Menschen und Gruppe existieren kann. Dies einmal selbst am eigenen Leib und mit der eigenen Psyche zu erfahren, das ist die Voraussetzung für das Verstehen.“

Von den Dilemmata des Einzelnen in Gruppen und Organisationen

Sabine Soldner weiß nun auch mehr und mehr aus eigener Erfahrung um die Dilemmata, in denen Einzelne, aber auch Gruppen sich aufbäumen, sich wehren und sich vielleicht am Ende verzweifelnd der Organisation und ihren Zwängen fügen. Sie nennt ein Beispiel. In einem Unternehmen kommen die Gruppenleiter zu einem Gespräch zusammen. Ein jeder nimmt sich vor, dass er die Interessen seiner Gruppe einbringen will. Im Gespräch erkennen die Gruppenleiter, dass die anderen ebenso handeln. Einer von ihnen merkt, dass er nicht alles, was seine Mitarbeiter von ihm erwarten, durchsetzen kann, ist aber am Ende des Gesprächs stolz, unter den gegebenen Umständen so viel erreicht zu haben. Er fühlt sich als Gewinner, als er seiner Gruppe die Ergebnisse erläutert. Den Mitgliedern seiner Gruppe aber fehlt die Erfahrung aus der Gruppenleitersitzung. Sie sehen ihren Chef als Verlierer. Weil er für seine Leute gestritten und den Konflikt mit den anderen Chefs eingegangen ist, ist er nun womöglich auf allen Ebenen isoliert. „In der Organisation geht es nicht um die einzelne Person“, folgert Sabine Soldner. Es gehe um Funktionen und um die damit einhergehende Dialektik. Dem Gruppenleiter aus dem Beispiel könnte es helfen, wenn er genau das verstanden habe.

„Kommunikation muss das Verstehen ermöglichen“

In Unternehmen, sagt Sabine Soldner, werden Entscheidungen von oben häufig nicht verstanden, obwohl auf jeder Stufe versucht wird, alle Interessen zu bündeln. Es kommt darauf an, das System und seine Komplexität zu verstehen. Mit jeder Stufe müsse Kommunikation etwas Anderes leisten. Kommunikation sei mehr als eine sachliche Information, sondern „sie muss das Verstehen ermöglichen“. Dazu fühlt sich Sabine Soldner nun besser als früher in der Lage. Denn sie arbeitet mehr mit Fragen: „Das Arbeiten über Fragen ist das, was der Studiengang ermöglicht hat. Ich möchte nicht Antworten finden, sondern Fragen stellen. Ich könnte Antworten geben, aber meine Aufgabe ist es, Verstehen zu erzeugen, indem wir die Fragen gemeinsam beantworten und daraus die Schlüsse ziehen. Die Voraussetzung für das Verstehen aber ist die Erfahrung.“

   


„Ich kann Einfluss nehmen in einer Gruppe“

Die Kulturmanagerin Gabi Sieg aus Dresden schätzt den besonderen Humor im Studiengang

  „Gruppen“, sagt Gabi Sieg, „geben viele Rätsel auf“. Mal sei sich eine Gruppe einig, sagt die Leiterin einer Non-Profit-Bratungs- und Kulturorganisation für Frauen in Dresden, dann sage nur eine Person etwas, und die gesamte Gruppe drehe sich. Andere Menschen aber würden in derselben Gruppe  völlig übersehen. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, entschied sich Gabi Sieg für den Masterstudiengang. Kurz vor der Masterarbeit sagt sie: „Ich trete deutlich sicherer auf, ob in der eigenen Gruppe oder gegenüber meinem Vorstand. Vor allem bin ich deutlich gelassener, da ich die Dinge besser verstehe. Ich kann Einfluss nehmen auf die Prozesse in einer Gruppe.“

Den Weg dorthin zu gehen, ist nicht einfach, denn er hat viel mit Selbsterfahrung zu tun, doch Gabi Sieg beugt vor: „Es geht hier nicht um Therapie!“ Seit dem Mauerfall engagiert sich Gabi Sieg in der basisdemokratisch organisierten Beratungs-, Bildungs- und Kulturarbeit für Frauen und hat es seither mit der Arbeit in Gruppen zu tun. Sie beschreibt sich als Leiterin der Einrichtung und als Kulturmanagerin. Zunächst erlangte sie an der Fernuniversität Hagen das Diplom in Kulturmanagement. Dann wollte sie, weil sie in ihrer Arbeit für Gruppen verantwortlich ist, Konflikte besser verstehen und schloss ein Studium der Mediation und des Konfliktmanagements an der Viadrina in Frankfurt / Oder an. Im Verlauf dieses Studiums stieß sie in der Literatur auf Prof. Dr. Ewald Krainz mit seinen Beiträgen zu Organisationen und Gruppendynamik. Krainz, der in Klagenfurt und Kassel lehrt, führte Gabi Sieg mit seinen Arbeiten zum Masterstudiengang nach Kassel. Der trocken-schwarze Humor der aus Österreich stammenden Professoren Karin Lackner und Krainz, in den die Wahrheiten nicht in Sanftheit eingeschlagen werden, habe sie angesprochen. Es habe ihr vom ersten Tage an gefallen.

Kluge Bemerkungen statt dicker Bücher

Denn um Wahrheiten geht es in dem Studiengang. Die Studenten lernen durch Selbsterfahrung am eigenen Leib. Das beschreibt Gabi Sieg ebenso wie andere Absolventen des Masterstudiengangs: „Ich musste mich noch nie so stark mit mir selbst auseinandersetzen, nicht therapeutisch, aber allein schon, um meinen Standpunkt in der Gruppe einzubringen, auch wenn die anderen die Augen verdrehten.“ Es gebe wenig schriftliches, sei es zum Lesen oder zum selber Verfassen, aber dafür regten die Professoren mit ihren Bemerkungen umso mehr zum Nachdenken an. Bereichernd sei auch die Heterogenität der Gruppe mit Teilnehmern im Alter von 30 bis 60 Jahren, aus Profit- und Non-Profit-Organisationen. In dem Studiengang lerne man zunächst, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und dann mit der Gruppe. „Man lernt, wie man selber auf andere wirkt, und man übt, auf eine nicht verletzende Art eine Rückmeldung zu geben. Das braucht man als Führungskraft“, sagt Gabi Sieg.

Selbsterkenntnis, um das Gefühl von Ohnmacht zu überwinden

Was viele Menschen belaste, sei das Ohnmachtsgefühl, keinen Einfluss zu haben, denn ob man etwas sage, oder auch nicht, es ändere sich doch nichts. Im Masterstudiengang lerne und übe man, gehört zu werden, zum Beispiel auf freundliche oder humorvolle Weise. Man lerne, die Gruppe zu beobachten, was in dieser „in“ sei, um sich an der richtigen Stelle und am richtigen Ort Gehör zu verschaffen. Langweilig ist es Gabi Sieg in dem Masterstudiengang „niemals“ geworden. 


„Ein intensives Studium. Man braucht Mut. Aber der Lohn könnte größer nicht sein. "

Bertram von Czettritz: Ein Jungunternehmer mit internationaler Erfahrung findet an der UNIKIMS die ideale Ergänzung zum Studium an der ESCP, um im Masterstudiengang seine Talente zu schulen

„Die Arbeit ist intensiv. Mal fließen auch Tränen. Man braucht Mut. Aber der Lohn könnte größer nicht sein“, sagt Bertram von Czettritz über seine selbst gewählte Herausforderung: Er hat sich für den berufsbegleitenden Masterstudiengang qualifiziert, um sich als Organisationsberater zu entwickeln.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der Ecole Superieur de Commerce de Paris (ESCP) in London, Paris und Berlin stieg von Czettritz 2009 in die Zürcher Gründerszene ein, schuf einen Recruiting Marktplatz für Unternehmen sowie Personalberater und begleitete ein Gründerzentrum für Social Entrepreneurship mit Co-Working-Space. Aktuell baut er - mit 34 Lebensjahren und vier Jahren Berufserfahrung – die BVCZ Lichtdesign als eine Manufaktur auf. Es ist ein Start-Up für Design Leuchten Unikate (www.bvcz.de).

Vom Widerspruch zwischen Mensch und Struktur

Von Czettriz entdeckte sein Interesse an Organisationen, dem Zusammenwirken und den Widersprüchen zwischen Mensch und Struktur. Er stellte fest: „Es gibt fast überall Potential, aber es kann auch echt viel schieflaufen“. Er beobachtete, wie Unternehmen scheitern, weil Gründer nicht abgeben können, wie Führungskräfte und mit ihnen die Teams unter dem Stress über die Grenzen gebracht werden. Und vor allem stand ihm die Herausforderung vor Augen, die Wachstum für eine Organisation und ihre Kultur bedeutet.

„Die Freude an der Arbeit mit Menschen ist ein starker Motivator“

Im Beobachten entdeckte von Czettritz sein Talent, das Gespür für Menschen und Situationen, und zugleich seine Gabe, Zusammenhänge zu sehen und daraus Strukturen und Veränderungen abzuleiten. Ein großes Interesse und eine Freude an der Arbeit mit Menschen sind starke Motivatoren. Der Start-Up-Gründer spricht von einer schönen Art von Berufung, von einer Begabung, die er entdecken durfte, die man nicht erlernen, aber trainieren könne.

„Mit der Unikims habe ich genau die richtige Hochschule gefunden“

 „In der UNIKIMS und dem Masterstudiengang habe ich genau die richtige Hochschule gefunden, um meine Business School Ausbildung noch um eine wertvolle neue Kompetenz zu ergänzen.“ Dort werde sein Talent in einem Dreiklang aus spannender Selbsterfahrung, „learning by doing“ in praxisorientierter Handlungspraxis und in der Spiegelung im „extrem heterogenen Personenkreis der anderen Studenten“ profiliert. In Kassel studierten Regisseure, Pfarrer, Sozialpädagogen, Psychologen, Therapeuten, Familienunternehmer. Die Selbsterfahrung, sagt von Czettritz, sei ganz entscheidend und das wertvollste daran. Zugleich habe der Lehrstuhl das Wissen und die Erfahrung, unter den Studenten die Gruppendynamik, die jedes Zusammenleben von Menschen prägt, als Lernumfeld aufzubauen.

„Ich brauche kein Lehrbuch, sondern ich finde die Lösung“

 „Am Ende des Studiums brauche ich kein Lehrbuch mit Lösungen, sondern ich bin bereit, selbst in meinem Beruf herauszufinden, was getan werden kann, um mit der Organisation die passenden Lösungen zu finden und umzusetzen“, sagt von Czettritz. Das mag banal klingen, ist es aber nicht, wie jeder nachvollziehen kann, der sich aussichtslos erscheinende Konflikte in Unternehmen oder in der Politik vor Augen führt.

 „Die beste Vorbereitung auf den Markt für gute Berater“

Dafür, sagt von Czettritz, habe es sich mehr als gelohnt, durch das Studium eine „spannende persönliche Entwicklungsreise“ zu erleben. Er räumt ein: „Man muss sich selbst investieren wollen.  Es gehört Mut dazu, das tolle und intensive Studium durchzuziehen. Man erfährt viel über sich, auch Schmerzhaftes. Aber jeder Berater sollte seine eigenen blinden Flecken kennen, um mit anderen wirklich erfolgreich zu arbeiten.“ Wer ein Problem mit Vorgesetzten habe, müsse das eigene Problem kennen, um helfen zu können. Jeder, sagt von Czettritz, denke, er sei normal und ein Teamplayer. Aber es fuchse viele, wenn der Chef einem etwas vorschreibe oder die immer schneller kommenden Veränderungen den einzelnen zunehmend verunsicherten. „Diese Konflikte sind normal, weil es nun mal viele Wiedersprüche gibt. An solche Themen heranzugehen, lernt man praktisch in Kassel: Wie funktioniert das Umfeld? Wann reagiere ich wie? Was sind die Auslöser von Konflikten, was die Reaktionen der Menschen darauf? Was könnte ich künftig noch besser machen?“, lauteten die Fragen. Mit Hilfe des Studiums erwarb von Czettritz professionelle Distanz, um anderen in kritischen Phasen und bei ihrer Entwicklung zu helfen. Er sieht darin die Vorbereitung auf einen Markt, in dem gute Berater gebraucht werden.


Endlich lernen, was man schon immer tut

Nach vielen Jahren in internationalen Führungspositionen studiert der Maschinenbauingenieur Thomas Döring nochmals

Thomas Döring ist Anfang 50, hat Familie und war als Maschinenbauingenieur mehr als ein Vierteljahrhundert beim Konsumgüterhersteller Procter & Gamble in internationalen Führungspositionen erfolgreich unterwegs. Jetzt studiert er berufsbegleitend ein weiteres Mal und schreibt an seiner Masterarbeit zu ‚Konzepten der Karriereberatung‘. An der UNIKIMS hat er sich 2013 für den Masterstudiengang beworben, und lernt dort auf eine neue, systematische Weise, über das, was er seit Jahren als Teil einer Organisation erlebt. Der Maschinenbauingenieur spricht von einem „Studium, das ihn nochmal ganz anders auf mich als Mensch, Manager und auf meine Arbeit im Unternehmen blicken lässt“. Er habe ein halbes Berufsleben lang als Führungskraft gearbeitet, aber „jetzt habe ich einen anderen Blick auf mich und meine Organisation. Es ist, als ob man abwechselnd mittendrin ist und dann wieder mit Distanz von oben darauf schaut.“

Als Manager war ich immer damit befasst, Menschen, Teams und Organisationen zu entwickeln. Und hier ist ein Studiengang der mich in das Denken dahinter einführt und meine Neugier darüber befriedigt.“ Die Entscheidung zur Anmeldung war dann die Konsequenz.

„Es hat mich ganz schön gerüttelt“

„Zunächst einmal war ich überrascht, was auf mich zugekommen ist. Ich komme aus einem technischen Beruf, und es hat mich ganz schön gerüttelt“, berichtet Döring. Denn gelernt wird in mehreren Dimensionen. Zunächst lernte Döring über sein Selbstbild und dieses an der Gruppe zu spiegeln, denn „man muss selbst reflektiert sein, um zu wissen, wie man auf andere wirkt, wenn man in einer Gruppe wirken will“. Im Studium, sagt Döring, lernt man vor allem an sich selbst und an der Gruppe. Offenbar ist es für alle Studenten hart, wenn das Selbstbild mit der Wahrnehmung der anderen kollidiert. Im Vergleich zur Theorie und Praxis im klassischen Maschinenbaustudium beschreibt Döring den Masterstudiengang als „Lernen und Erfahren am eigenen Leib“.

Die unersetzliche Erfahrung von Organisation am eigenen Leib

Döring berichtet vom Organisationslabor an der Universität Klagenfurt, das auch die Kasseler Studenten als Bestandteil des Studiums durchleben. Für etwa hundert Studenten aus unterschiedlichen Berufen und Ländern, mit unterschiedlichen Erfahrungen und in unterschiedlichem Alter, laute die Aufgabe, binnen einer Woche eine entscheidungsfähige Organisation zu entwickeln und abzubilden. Die 100 unterschiedlichen Charaktere müssen bis zum Ende der Woche einen Weg finden, wie sie eine Organisation bilden, die entscheidungsfähig ist. „Alle müssen sagen, ich stehe dahinter“, sagt Döring. Basisdemokratische Versuche scheiterten, weil 100 Menschen nicht alle gleichzeitig die Fülle ihrer auftretenden Konflikte miteinander aushandeln könnten. Aber auch autoritäre Modelle scheiterten. Aller lernen: Eine Organisation braucht Strukturen die schnelle Informationsverarbeitung ermöglicht, Konflikte lösungsorientiert aushandelt, Entscheidungen trifft und dabei alle ihre Mitglieder einbindet. Die daraus entstehenden Widersprüche und Konflikte „reflektieren im Studium alle Teilnehmer persönlich“ erzählt Döring. Die Lektion sitzt nachhaltig, und es war für Döring „spannend zu beobachten, welche Konzepte Menschen über Menschen und Organisationen mit sich herumtragen, sich selbst darin zu erleben und darüber zu reflektieren.“

Ein globales Netzwerk für High Performance Organisationen

Nach dem Studium beendet Döring seine Konzernkarriere als Führungskraft und fühlt sich als Berater gut qualifiziert. Döring hat sich mit Kollegen aus den Niederlanden und den USA, die er aus seiner langen Karriere kennt, und die bereits viele Jahre als Berater und Wissenschaftler in der Organisationsentwicklung arbeiten, zu einem globalen Netzwerk zusammengeschlossen, um am Thema ‚High Performance‘ Organisationen zu arbeiten und mit diesem Hintergrund zu beraten.


„Das Studium hat in jedem Fall meine Professionalität als Beraterin gestärkt. Meine Wahrnehmung ist differenzierter, insbesondere der systemische sowie der gruppendynamische Blick auf Situationen, Teams und auf Organisationen hat sich geschärft. Außerdem habe ich an Selbststeuerungskompetenz als Beraterin gewonnen. Das gleichzeitige Wahrnehmen, sich selbst beobachten, agieren und intervenieren in der konkreten Beratungssituation habe ich trainiert. Nebenbei habe ich an Theorie-, Konzept- und Methodenkenntnis gewonnen.“

Dipl.-Ing. Karin Leven, M.A.Personal- und Organisationsentwicklung, Outdoortraining, Coaching. Beraterhaus im Kastanienhof, Kastanienallee 40, 38104 Braunschweig


„In meiner täglichen Arbeit als Organisationsberater und Konfliktlöser profitieren meine Kunden und ich immer wieder vom gruppendynamischen und konstruktivistischen Ansatz des Studiums.“

Volker Walpuski, M. A. Organisationsberater, Coach, Mediator (BM®) und Supervisor (DGSv), Lehrbeauftragter der HS Hannover, Kötnerholzweg 7, 30451 Hannover


„Als 'konditionierter Steuerrechtler und BWL'er' hat mir der Studiengang veranschaulicht, dass die Welt − meine Berufswelt − komplexer ist als gelernt. Die Breite dessen was in und zwischen Menschen ist, wie Gruppen und Organisationen funktionieren und wiederum mich beeinflussen, konnte ich erfahren, erlernen und nützt mir als Mensch und Berufstätiger. Begonnen um psychologisches Knowhow zu erlangen bin ich 'geendet' mit der praktisch-(vor-)gelebten Umsetzung von all dem was unter 'Reflexion' passt; und ganz sicher ist meine bewusstere Auseinandersetzung mit Wissen und seiner Relevanz im Alltag nicht mit Studienende abgeschlossen. Das war bei meinen vorherigen Studien anders. Selbstredend, dass mir das auch in den Seminaren der Führungskräftefortbildung der Bundesfinanzverwaltung zugute kommt. Lernen durch (Selbst)Reflexion vor einem breiten theoretischen Hintergrund im Teamteaching von akademischen Praktikern habe ich als bislang beste Art erlebt, selbstwirksamer zu werden.“

Frank Zielasko, hauptamtlich Lehrender am Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung, Münster.