Studieninhalte

Der Studiengang setzt sich aus vier Modulen mit insgesamt 24 Einzelkursen (Studienbriefen) sowie dem Mastermodul zusammen. In Letzterem wird die Masterarbeit geschrieben.

Modul 1 - Schule führen

Kurs 1: Lernen und Führen

Dieser erste Studienbrief im Studienprogramm Bildungsmanagement gibt Ihnen eine Orientierung für Ihr Studium, indem er deutlich macht, dass das Lernen der Schülerinnen und Schüler den Bezugspunkt für alle Aktivitäten von Schulentwicklung darstellt. Es wird ein Verständnis von Lernen offengelegt, das sich am Ziel des konstruktiven und erfolgreichen Umganges mit Widerständen orientiert. Selbst-gestaltungskompetenz heißt das sperrige Stichwort dazu. Ein Ausgangspunkt ist die Frage nach den gesellschaftlichen Veränderungen und ihren Auswirkungen auf die Menschen und damit auf das System Schule. Vor diesem Hintergrund sind sechs lernrelevante Faktoren definiert. Diese Faktoren und ihr Zusammenspiel gilt es, im Hinblick auf den individuellen Lernerfolg möglichst günstig zu beeinflussen. Wie kann das geschehen? Welche methodischen Ansätze, welche möglichen Tools können dabei dienlich sein? Was steckt dahinter? Und welche Auswirkungen auf die tägliche Arbeit kann das haben? Solche Fragen nimmt der Studienbrief auf, er liefert Antworten und Impulse und provoziert weiterführende Fragen.

Kurs 2: Gespräche führen - Grundlagen für Schulleitung

Der Studienbrief unterbreitet ein dreiteiliges Angebot: In einem ersten Teil wird ein Kommunikationsmodell als übergreifendes Analysemodell vorgeschlagen, das gestattet, Kommunikationsprozesse systematisch zu analysieren. Ziel ist eine generelle Sensibilität für das Thema "Kommunikation" zu entwickeln. In einem zweiten Teil folgt die Darstellung speziellerer Gesprächsmodelle, die je nach theoretischem Hintergrund und Intention für die eine oder andere Gesprächssituation besser oder schlechter geeignet erscheinen. Diese Modelle sollen einen Fundus bilden, aus dem sich ein Schulleiter je nach Aufgabenstellung ‚bedienen' kann. Abschließend wird eine Auswahl konkreter Gesprächssituationen katalogartig dargestellt, und der Versuch unternommen, spezifische, d.h. nur auf diesen Gesprächstyp bezogene, handhabbare Hinweise und Regeln zu entwickeln.

Kurs 3: Personal führen

Ausgehend von einer kritischen Diskussion grundlegender Befunde der Führungsforschung werden wichtige Problemfelder der Personalführung sowie Möglichkeiten eines strategischen Schulmanagements behandelt. Dazu gehören Fragen von Führung als transaktionalem Prozess, Einfluss von Führungsverhalten auf die Motivation der Geführten, Strategien der Entscheidungsfindung sowie Möglichkeiten und Probleme der Personalbeurteilung. Wichtige Bereiche, die den Gegenstand Personalführung berühren, wie z.B. Arbeiten im Team, Beratung, Personalentwicklung usw. werden nicht vertieft, da sie in eigenen Studienbriefen im Studiengang Bildungsmanagement behandelt werden.

Kurs 4: Personalmanagement

In diesem Studienbrief beschäftigt sich der Autor mit Fragen der Personalentwicklung in Schule. Zunächst werden die Grundlagen der Personalentwicklung, abgeleitet aus den Wirtschaftswissenschaften, dargelegt und Definitionsansätze zur Konkretisierung des Themas auf den Kontext Schule gegeben. Aufbauend auf den Ansätzen der Personalentwicklung geht der Autor in seinem Studienbrief besonders auf die Personalförderung als professionelles Handeln der Schulleitung ein und betrachtet die Möglichkeiten der Kollegiumsentwicklung und Fortbildungsplanung in der Schule. Darüber hinaus werden Grenzen und Möglichkeiten aufgezeigt, die das Thema Personalentwicklung in der Schule hat.

Kurs 5: Vom Leitbild zum Schulmarketing

Marketing war und ist bis heute ein weitgehend unbesetztes Feld für Schulen. Die Hinwendung auch auf die Gestaltung von Außenbeziehungen und die nicht mehr alleinige Konzentration auf die Leistungserstellung innerhalb von Schulen, bedeutet eine zusätzliche Sichtweise, wenn nicht sogar den Beginn eines Wechsels. Aufgrund des vielerorts bestehenden bzw. sich abzeichnenden Wettbewerbs mit anderen Schulen gewinnt die Positionierung und Profilierung ihrer Schule für das Schulmanagement zunehmend an Bedeutung. Die aktive Handhabung der Zusammenführung von angebotener Leistung der Einzelschule und Bedürfnisbefriedigung der Nachfrager ist weitgehend Neuland. Der Studienbrief versucht Schulen den Marketinggedanken mittels Notwendigkeit und Nutzen von Corporate Identity-Konzeptionen näher zu bringen und Hilfestellung zur praktischen Realisierung zu geben.

Kurs 6:  Neue Autorität in der Schule

LehrerInnen stehen in ihrem Alltag jeweils vor großen Herausforderungen. Insbesondere große Klassen, provozierende und gewaltbereite Verhaltensweisen von SchülerInnen und Eltern, Zeit- und Leistungsdruck, isoliertes Arbeiten bei fehlendem Austausch und Versagensängste sorgen für manche Lehrkräfte zu deutlichem Verlust ihrer Präsenz und Autorität. Es kommt nicht selten zu Reaktionen der Hilflosigkeit, die sich in heftigen Sanktionen oder Resignation ausdrücken. Diese Handlungsweisen begründen sich in einer traditionellen Autorität, die heute nicht mehr vertreten werden kann. Das Konzept der Neuen Autorität nach Omer & Schlippe geht von einem Autoritätsbegriff aus, der sich auf eine Stärke begründet, die aus der Überzeugung des einzelnen Lehrers, gegenseitiger Unterstützung des Kollegiums, intensiver Kooperation mit Eltern sowie Transparenz und Gewaltlosem Widerstand entsteht. 
In diesem Kurs wird beschrieben, wie die Präsenz von Lehrern verstärkt bzw. wiederhergestellt werden kann, auch wenn die Verhaltensweisen von Schülern problematisch und anhaltend bleiben. Ausgehend davon, dass ein Lehrer sich als Teil eines Netzwerkes versteht, wird beschrieben, dass ein wirksames Vorgehen nicht von der sofortigen Veränderung von Verhaltensweisen ausgeht, sondern von der Eindeutigkeit und Beharrlichkeit des Lehrer-Teams. Dabei fokussiert das Verhalten nicht auf die Durchsetzung von Macht, sondern auf eine Stärke, die sich aus dem gleichzeitigen Widerstand gegen das problematische Verhalten und dem Beziehungsangebot zum Schüler ergibt. Die Handlungsaspekte dazu werden vorgestellt und anhand von Beispielen aufgezeigt. Dabei wird insbesondere auch die Bedeutung der Rolle des Schulleiters betrachtet.

 

Modul 2 - Bildungsgovernance

Kurs 1: Educational Governance – Theorien und Konzepte

Educational Governance ist eine analytische Sichtweise auf das Bildungssystem, die davon ausgeht, dass direkte Planung und Steuerung eines so komplexen Sozialsystems eigentlich gar nicht möglich ist. Welche Wirkungen können Innovationen und Reformen dann aber auf Schule haben? Verändert sich Schule immerzu oder überhaupt nie? Der Studienbrief zeigt, wie Staat und Markt, aber auch wie einzelne Akteure auf das Bildungssystem wirken und mithilfe welcher Konzepte diese Zusammenhänge beschrieben werden können. Im ersten Teil des Textes werden staatliche und marktbezogene Einflüsse auf das deutsche Bildungssystem untersucht. Der zweite Teil stellt Konzepte vor, mit dessen Hilfe die Wirkung von Bildungsreformen und Innovationen auf Schule analysiert werden kann.

Kurs 2: Lernort Gemeinde – Kommunale Bildungsverantwortung

In den vergangenen Jahren sind verschiedene Initiativen auf kommunaler Ebene entstanden, die die Verantwortung für Bildung und Ausbildung explizit (auch) auf kommunaler Ebene verorten. Nicht nur Kindertagesstätten, die Verwaltung der äußeren Schulangelegenheiten, kompensatorische Ausbildungsangebote und verschiedene Einrichtungen des lebensbegleitenden Lernens liegen im kommunalen Zuständigkeitsbereich. Auch und vor allem die Übergänge zwischen den Bildungsabschnitten und die Vernetzung der Bildungsangebote untereinander sind zentrale Aufgaben der Kommunen. Der Studienbrief zeigt Herausforderungen kommunaler Bildungsverantwortung ebenso auf wie aktuelle Ansätze, um diesen gerecht zu werden.

Kurs 3: Schulleitung und Schulaufsicht

Bildungspolitik findet zu großen Teilen in der Schule statt. Der Studienbrief schildert Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten der Schulleitung und zieht dabei internationale Vergleiche heran. Der zweite Teil des Textes beschäftigt sich mit der Rolle der Schulaufsicht in einer modern gestalteten Schullandschaft. Der Autor des Studienbriefes, Herr Prof. Dr. Rosenbusch, stellt die These auf, das Verhältnis zwischen Schulleitung und Schulaufsicht sei "strukturell gestört" und weist auf Möglichkeiten der Überwindung dieses Strukturproblems hin.

Kurs 4: Lebensbegleitendes Lernen

Dörthe Herbrechter und Prof. Dr. Michael Schemmann nähern sich dem Thema des lebensbegleitenden Lernens zunächst auf programmatischer Ebene und nehmen dabei sowohl nationale als auch internationale Programmatiken zum lebenslangen Lernen in den Blick. Sodann wird der theoretische Rahmen zum lebensbegleitenden Lernen näher analysiert, wobei insbesondere die Lebenslauf- und Biografieperspektive in den Vordergrund gerückt werden. Schließlich fokussiert der Studientext auch aktuelle Strukturen und empirische Studien zum lebensbegleitenden Lernen in Deutschland, öffnet aber auch die Perspektiven ins europäische und außereuropäische Ausland.

Kurs 5: Netzwerke im Bildungswesen

Dass Schulen zunehmend selbstständig handeln, bedeutet nicht, dass sie für sich und alleine agieren. Selbstständige Schulen sind vielmehr in vielleicht sogar stärkerem Ausmaß genötigt, mit anderen Bildungs-einrichtungen zu kooperieren. Absprachen, gemeinsame Ressourcennutzung und teilweise auch gemeinsame Aufgabenbewältigung über Einrichtungen und Bildungsformen hinweg stehen auf der Agenda vieler Schulen. Regionale Bildungsnetzwerke zwischen Schulen und anderen Einrichtungen werden vielerorts aufgebaut und genutzt. Der Studienbrief informiert über unterschiedliche Optionen, solche Bildungsnetzwerke aufzubauen und zu nutzen. Darüber hinaus stellt er Erfahrungen mit Bildungsnetzwerken dar und reflektiert diese kritisch.

Kurs 6: Rechtliches Basiswissen für Führungskräfte im Bildungswesen

"Viel Ärger, wenig Spielraum", so lautete vor einigen Jahren die Überschrift in einer überregionalen Zeitung, in der die bisherige Stellung von Schulleiterinnen und Schulleitern charakterisiert wurde. Sie habe häufig nicht mehr als den Status einer Verwalterstelle ohne wesentliche Entscheidungsbefugnisse, die allerdings viel Ärger mit sich bringe. Genau das ändert sich gerade. Es ist eine weit verbreitete Überzeugung, dass die Einzelschule eine größere Freiheit, verbunden mit einer größeren Verantwortung braucht. Die Bildungspolitik ist überall dabei, die Weichen in diese Richtung zu stellen. Diese Entwicklung trifft aber auf ein Personal, das für den sensiblen und oft schwierigen Bereich spezifisch rechtlicher Fragestellungen nicht hinreichend ausgebildet ist. Die Befugnis, selbstständig Entscheidungen treffen zu können, sollte aber die Fähigkeit voraussetzen, die rechtliche Tragweite anstehender oder getroffener Entscheidungen eigenständig anhand der bestehenden Gesetzeslage abschätzen zu können. Der Studienbrief legt einige für die Schulleitung bedeutsame Bereiche des Rechts dar und hat das Ziel, das Verständnis juristischer Fragen voranzutreiben. Zielgruppen sind neben Schulleitungsmitgliedern und Lehrkräften, die sich auf eine Aufgabe in der Schulleitung, in der Bildungsverwaltung oder der Schulaufsicht vorbereiten wollen, auch Lehrkräfte und Referendare, die ihre Kenntnisse und Sicherheit in schulrechtlichen Fragen vertiefen wollen.

Kurs 7: Praxisfeld: Laufbahnberatung

Laufbahnberatung ist in Deutschland bisher ein wenig geläufiger Begriff. Der Studienbrief gibt eine Einführung in diese Form beruflicher Orientierungsberatung. Er beschreibt das Arbeitsfeld, die besonderen Merkmale und Inhalte. Laufbahnberatung ist immer auch Übergangsberatung. So werden auch der Übergangsprozess und die erforderlichen Kompetenzen, um Übergänge persönlich stimmig zu bewältigen, anhand eines Forschungsmodells in den Blick genommen und in die Praxis übersetzt. Im letzten Teil geht es um die Verbindung von Laufbahnberatung und Schule. Die traditionelle Berufsberatung zur Erstberufswahl gerät an ihre Grenzen. Immer mehr laufbahnberatende Elemente müssen schon frühzeitig integriert werden, damit der komplexe Prozess der Berufswahl gelingen kann. Der Studienbrief enthält Reflexionsaufgaben zum Transfer des Gelernten in die eigene Berufspraxis und ein Kompetenzanalysetool zur Einschätzung der eigenen Übergangskompetenz.

 

Modul 3 -Qualität von Schule sichern

Kurs 1: Einladung zum Qualitätsmanagement

Der Begriff und das Konzept Qualitätsmanagement (QM) stehen in einem Spannungsfeld zwischen kontinuierlicher Weiterbildung und reservierter Ablehnung. QM ist keines der Managementkonzepte, das in einen modernistischen Trend einzuordnen ist. QM hat sich als Gegenstand von Wissenschaft und Praxis international institutionalisiert. Der Studienbrief gibt auf zentrale Fragen und Probleme des QM Antworten, die es ermöglichen, diese praxiswirksam in die Gestaltung der Schulwirklichkeit einfließen zu lassen. Da sich QM als ´branchenneutral´ versteht, ist seine Sprache abstrakt, allerdings oft technisch oder sogar produktionstechnisch geprägt, was auf seine Herkunft verweist. Abkürzungen und Anglizismen prägen die Begriffswelt. Der Studienbrief behandelt Fragen nach dem, was Qualität ist, die historischen Entwicklungslinien von QM, die Ausdifferenzierung der unterschiedlichen Konzepte, das hinter QM stehende Menschenbild sowie die Eignung von QM für Schule.

Kurs 2: Qualitätsmanagement für Bildungseinrichtungen

Das Qualitätsmanagement für Bildungseinrichtungen ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema in Politik, Wissenschaft und Schulpraxis geworden. Deshalb ist auch die Literatur dazu kaum mehr übersehbar, was zu einer großen Vielfalt von Modellen und Begriffen geführt hat. Der Studienbrief zeichnet diese Unübersichtlichkeit nicht nach, sondern will vielmehr zur konkreten Verwirklichung des Qualitätsmanagements an Schulen anregen und Wege dazu aufzeigen. Dazu gehören Begriffserklärungen und deren Übertragbarkeit auf Schulen, organisatorische und inhaltliche Grundlagen eines schulintern konzipierten Qualitätsmanagements und dessen schwierige Schnittmenge mit einem extern konzipierten Qualitätsmanagement.

Kurs 3: Evaluation in Schule

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Schule und Unterricht sind seit vielen Jahren eng mit dem Begriff ‚Evaluation' verknüpft. Interne Evaluation, externe Evaluation, Unterrichtsevaluation, Selbstevaluation sind nur einige Bezeichnungen für Evaluationsverfahren und –methoden, die inzwischen in den schulischen Alltag Einzug gehalten haben. Und es ist sicherlich keine falsche Prognose, dass sie sich angesichts der Qualitätsdiskussion um Schule dort auch noch länger halten werden. Der Studienbrief führt systematisch in das Feld schulischer Evaluation ein und fokussiert dabei möglichst praxisnah Methoden, Formen und Instrumente vor allem der schulinternen Evaluation. Dazu gehören Aufbau, Durchführung und Auswertung von Evaluationsverfahren ebenso wie die sinnvolle thematische Verortung von Evaluationsprozessen in Schule und Unterricht. Praxisbeispiele und eine Auswahl von Evaluationsinstrumenten wie auch eine umfangreiche Linksammlung für das Internet, unterstützen die Handhabbarkeit von Evaluation für Lehrkräfte und Schulleitungen.

Kurs 4: Qualitätsteams begleiten

Teamarbeit ist in aller Munde. In der Produktion, im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitswesen, in der Bildung, überall kommt ihr heute eine hohe Bedeutung zu. Auch in Schulen, zum Beispiel im Qualitätsmanagement. Gegenstand dieses Studienbriefs ist die Teamarbeit in diesem speziellen Umfeld. Zielgruppe sind neben Schulleitungen auch Qualitätsbeauftragte. Im Studienbrief wird das Spezifische der Teamarbeit im erwähnten Anwendungsfeld herausgearbeitet. Welche Anforderungen stellen sich an ein Qualitätsteam? Welche Rolle haben seine Mitglieder gegenüber dem Kollegium, gegenüber der Schulleitung? Wie ist die Aufgabenteilung zwischen Schulleitung und Qualitätsteam? Welche Unterstützung benötigt ein Qualitätsteam? Was kann eine Schulleitung dafür tun, dass ein Qualitätsteam erfolgreich arbeiten kann? Der Studienbrief nimmt Gespräche mit Schulleitern und Qualitätsbe-auftragten zum Ausgangspunkt, um Antworten auf diese Fragen zu geben. Dies erfolgt anhand einiger theoretischer Modelle und mit vielen praktischen Beispielen.

Kurs 5: Psychologisches Prozessmanagement

Das systematische Management von Organisationsabläufen ist in fast allen Bereichen des beruflichen Lebens fester Bestandteil der Professionalität und Teil eines jeden Qualitätsmanagementsystems. Auftrag- bzw. Geldgeber fordern die entsprechende Einführung von Prozessmanagement- oder Qualitätsmanagementsystemen. Diese Entwicklung macht auch vor Ausbildungsstätten nicht halt. Während für einen Fertigungsbetrieb mit einer geringen Teilevariation und definierten Herstellungsprozessen die Abläufe und Kennzahlen eng definiert werden können, benötigt ein Prozessmanagement in Ausbildungsstätten eine weitaus intensivere Auseinandersetzung mit den psychologischen Aspekten des Managements. Der Studienbrief „Prozessmanagement“ beschreibt den strukturellen Aufbau und dessen Umsetzung, sodass Prozessmanagement in Ausbildungsstätten sinnvoll und psychologisch „gelebt“ werden kann.

Kurs 6: Schule als Organisation

Dieser Studienbrief blickt auf die Schule als Organisation. Es wird darauf eingegangen, welche Defizite in der Organisation öffentlicher Einrichtungen, wie der Schule, auftreten und wie diese zu beheben sind. Des Weiteren werden Organisationstheorien aus den Wirtschaftswissenschaften herangezogen, um neue Steuerungsmodelle für öffentliche Einrichtungen zu erarbeiten. Auch der Blick auf die Schule als soziales System wird in diesem Studienbrief behandelt. Die Reorganisation der Schulkultur steht dabei genauso im Vordergrund wie die Normen und Regeln als Mittel der kollektiven Selbstverpflichtung. Die verschiedenen Perspektiven der Akteure, die an der Organisation Schule teilhaben, werden beleuchtet und Wege gesucht, die Zusammenarbeit zu optimieren. Mit dem Studienbrief werden die organisationalen Grundlagen einer Bildungsinstitution, die für die erfolgreiche Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems relevant sind, dargelegt.

 

Modul 4 - Bildungsberatung

Kurs 1: Bildungsberatung –Theorien und Konzepte

Ziel des Studienbriefes ist es, einen möglichst breiten Überblick über das Feld der Bildungsberatung zu geben. Zukünftigen Leitungspersonen soll fundiertes Wissen über Ansätze und spezifische Bildungsberatungsformen wie beispielsweise der Lernberatung oder der Beratung bei Übergängen (Schulformen, Schulstufen, Schule – Beruf etc.) vermittelt werden. Weiterhin lernen sie verschiedene relevante Beratungsansätze kennen.

Ausgehend von der Tatsache, dass Bildungsberatung angesichts ökonomischer und bildungspolitischer Interessen heute in der Öffentlichkeit und auch in der pädagogischen Fachdiskussion (wieder) einen hohen Stellenwert einnimmt und sogar als zentrales Element für erfolgreiches Lernen im Lebenslauf angesehen wird, werden zunächst die Ziele, Notwendigkeiten und Aufgaben erläutert. Bildungsberatung wird hierbei aus zwei Blickwinkeln betrachtet: Erstens aus dem Blickwinkel von Ratsuchenden (Schüler, Eltern, Lehrer) die im Kontext der Schule Informationen und Lösungen zu Bildungsfragen erwarten. Und zweitens aus dem Blickwinkel von Lehrerinnen und Lehrern, die Leitungsfunktionen übernehmen und deren Arbeitsschwerpunkte sich dadurch zu mehr beratender Tätigkeit verschieben werden.

Kurs 2: Problembereich: Konflikte in Bildungseinrichtungen

Konflikte sind nicht immer negativ – mitunter können sie sogar gezielt eingesetzt werden, um Organisationen leistungsfähiger zu gestalten. In anderen Fällen binden sie jedoch viel Energie und erschweren die Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen.

Der Studienbrief "Konflikte in Bildungseinrichtungen" geht davon aus, dass Konflikte dann am besten bearbeitet werden können, wenn ihre Dynamik analysierbar und mit etwas innerem Abstand nachvollziehbar wird. Ein Stufenmodell erläutert den Verlauf typischer Konflikte und macht deutlich, wie BeraterInnen und Beteiligte konstruktiv tätig werden können. Auf diese Weise lassen sich Konflikte nicht immer vermeiden, wohl aber in ihrer Dynamik verstehen, produktiv wenden und häufig auch lösen.

Kurs 3: Problembereich: Gewalt an Schulen

LehrerInnenprofessionalität ist nicht nur der Schlüssel, sondern auch der Ansatzpunkt erfolgsversprechender Präventionsarbeit. Hier spielt die Frage der Qualitätsentwicklung von Schule, bei der Schulleitungen eine gewichtige Rolle einnehmen, mit in die Gewaltprävention hinein. Schulen mit hoher LehrerInnenprofessionalität, gutem Schulklima, einer entwickelten Partizipationsstruktur und positiven sozialökologischen Bedingungen zeichnen sich durch weniger Leistungsdruck und Schulangst aus, verzeichnen mehr Schulfreude und Lernmotivation, die wiederum positiv die Leistungsbereitschaft und damit die Lernergebnisse beeinflusst. Vor diesem Hintergrund verfolgt dieser Studienbrief drei wesentliche Ziele: Informationen über Forschungsergebnisse zur "Gewalt an Schulen", Theorien zur Erklärung schulischer Gewalt, die für Gewaltprävention leitend sind und die Darstellung eines Überblicks über Handlungskonzepte und Strategien im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit in der Schulpraxis.

 
Kurs 4: Praxisfeld: Kollegiale Beratung und Supervision

Bei der "Kollegialen Beratung und Supervision" handelt es sich um ein Verfahren, mit dessen Hilfe sich Pädagogen und Pädagoginnen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern in ihrem belastendem Berufsalltag gegenseitig unterstützen können. Durch seine Aufgaben- und Phasenstrukturierung erhält es eine große Praktikabilität. Die ausführlich erörterten theoretischen Grundlagen sowie die daraus abgeleiteten Prinzipien und Handlungsempfehlungen lassen sich mit Gewinn auf andere pädagogische Aufgabenstellungen als Beratung und Supervision übertragen.

 

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