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Masterarbeiten & Veröffentlichungen

Als universitärer Masterstudiengang beinhaltet der MPA viele Gelegenheiten, in denen praktische Probleme und Arbeitsfelder der öffentlichen Verwaltung im Rahmen von Modulleistungen und Seminaren wissenschaftlich analysiert werden. Im Rahmen von Abschlussarbeiten entwickeln die Studierende spannende Projekte. Die Ergebnisse werden teilweise in Fachjournalen oder in wissenschaftlichen Publikationsformaten veröffentlicht. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht interessanter MPA-Masterarbeiten sowie der Veröffentlichungen von Studierenden und Alumni des Studiengangs. 

Kurzinterviews zu Masterarbeiten

  • Sabine Faust: Umsetzung von Telearbeit in Kommunalverwaltungen

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die digitale Transformation und die Verwaltungsmodernisierung tragen dazu bei, dass auch in Kommunen zunehmend flexiblere Arbeitsmodelle angeboten werden. Während der Coronapandemie haben einige Kommunen ihre Telearbeitskonzepte ausgebaut, andere Kommunen erstmalig Erfahrungen mit dieser Arbeitsform gesammelt. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Masterarbeit mit der Frage, wie Telearbeit in Kommunenaktuell umgesetzt wird und welche Faktoren diese Umsetzung fördern oder hemmen.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Für die Untersuchung wurden vergleichende Fallstudien in vier Kommunalverwaltungen in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Zur Datenerhebung wurden insgesamt sieben Interviews mit Experten aus der kommunalen Verwaltungsorganisation geführt. Diese wurden, ergänzt durch drei vorliegende Dienstvereinbarungen, mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse systematisch ausgewertet und analysiert.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die untersuchten Kommunen setzen Telearbeit unabhängig von ihrer Größe oder Bedeutung umso flexibler um, je höher ihr Erfahrungsstand mit dieser Arbeitsform ist. Ob Telearbeit genutzt werden kann, ist eher von persönlichen, tätigkeitsbezogenen oder technischen Voraussetzungen abhängig, als von der Qualifikation der Mitarbeitenden oder den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Kommune. Als wesentliche fördernde Faktoren für die Erhöhung der Telearbeitsquote lassen sich ein einfaches, elektronisches Antragsverfahren, die Verfügbarkeit geeigneter technischer Ausstattung sowie flexible Regelungen in Bezug auf den Umfang der Heimarbeitstage nennen. Darüber hinaus ist für die Umsetzung von Telearbeit ein begleitendes Change Management begünstigend.

    Kontakt: sabinefaust4(at)web.de

  • Felix Lamm: Sector Switching in Deutschland - Motive für und Erwartungen an einen Wechsel aus dem öffentlichen in den privaten Sektor

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der defizitären Haushaltslage stehen öffentliche Arbeitgeber vor der Herausforderung, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu binden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Hintergründe eines Wechsels aus dem öffentlichen in den privaten Sektor zu verstehen. Daher habe ich in meiner Masterarbeit untersucht, warum Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ihre Organisationen verlassen, um in der Privatwirtschaft zu arbeiten und inwiefern respektive warum sich die mit dem Sektorenwechsel verbundenen Erwartungen erfüllen.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Als theoretischer Analyserahmen dienten das Attrition-Selection-Attrition-Framework, der Person-Organization-Fit-Ansatz und die Public Service Motivation. Die Fragestellung beantwortete ich auf Basis einer explorativen Untersuchung mit einem qualitativen Forschungsdesign. Dazu befragte ich neun Sektorenwechsler in halbstandardisierten Interviews. Die anschließend transkribierten Interviews habe ich dann mithilfe der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz ausgewertet.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Meine Ergebnisse zeigen, dass ein Wechsel in der Regel durch mehrere Gründe und extrinsisch motiviert ist. Für die Erfüllung der mit dem Sektorenwechsel verbundenen Erwartungen fand ich mehrere Erklärungsansätze: Einerseits bietet der private Sektor stärkere extrinsische Anreize als der öffentliche Sektor, andererseits könnte aber auch das individuelle(sinkende) Maß der Public Service Motivation bedeutend sein. Anhand dieser Erkenntnisse empfahl ich allen öffentlichen Arbeitgebern abschließend, dass sie ihre arbeitsplatzspezifischen Merkmale an die des privaten Sektors angleichen sollten. 

    Kontakt: Bitte wenden Sie sich zur Kontaktaufnahme an die UNIKIMS.

  • Eric Fengels: Eine Motivationsanalyse der Mitarbeitenden in der Ausländerbehörde des Kreises Wesel

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Unter anderem aufgrund einer Vielzahl unbesetzter Stellen, hoher Fluktuationen und Krankenstände herrscht Personalnotstand in den Ausländerbehörden in Deutschland. Demotivierende und unzufriedenstellende Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte sind eine wesentliche Ursache des Personalnotstands. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Masterarbeit mit der Frage, wie sich die Arbeit in der Ausländerbehörde des Kreises Wesel auf die Motivation der Mitarbeitenden auswirkt.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Ich habe die Fragestellung mit einer quantitativen Studie mittels einer Vollerhebunguntersucht. Dazu wurde auf bestehende theoretische Konstrukte zurückgegriffen. Zunächst wurden Motivation und Arbeitszufriedenheit deskriptiv ermittelt. Zwecks Validierung der Konstrukte wurde anschließend ein Strukturgleichungsmodell erstellt. Dazu wurde die Güte des Messmodells betrachtet. Anschließend wurde das Strukturmodell zur Validierung der aufgestellten Hypothesen untersucht. Dies geschah unter Zuhilfenahme eines Bootstrap-Verfahrens, um zuverlässig mögliche Zusammenhänge prüfen zu können. Schlussendlich wurden die Daten einer explorativen Analyse unterzogen.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die Ergebnisse bezeugten, dass die Arbeitsbedingungen für das Entstehen von intrinsischer Motivation günstig gelagert waren. Zusätzlich erwies sich, dass die Mitarbeitenden, hier vor allem Frauen, in der Ausländerbehörde von intrinsischer Motivation geleitet wurden. Ferner zeigte sich, dass insbesondere ein transformationaler Führungsstil erfolgskritisch für das Entstehen von Arbeitszufriedenheit ist. Eine direkte Wechselwirkung von Arbeitszufriedenheit und extrinsischer Motivation konnte in keine Richtung nachgewiesen werden. Überdies spiegelte sich das hohe Niveau an Arbeitszufriedenheit und intrinsischer Motivation gleichermaßen im Wohlbefinden sowie einer geringen Fluktuationsbereitschaft unter den Mitarbeitenden wider. Demnach hat die Ausländerbehörde des Kreises Wesel ihre Prozesse bereits gewinnbringend auf die eingangs beschriebenen Problemlagen ausgerichtet, sodass dem Personalnotstand entgegengewirkt wird.

    Kontakt: e.fengels(at)web.de

  • Rudolf Haider: Alterssicherung von Parlamentsmitgliedern – Vergleichende Studien und ein Modellentwurf

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach einem Modellentwurf für die Alterssicherung von Bundestagsabgeordneten. Dieser beinhaltet die Integration in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) und eine Zusatzversorgungseinrichtung. Als Basis für den Modellentwurf wurden im Vorfeld Durchführungswege der Alterssicherung für Abgeordnete auf Bundes- und Landesebene ermittelt und verglichen. Neben Versorgungswerten wird auch nach Trends und einem Vergleich zur Altersversorgung der NationalratsabgeordnetenÖsterreichs gefragt.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Ich habe Rechtsnormen, Kommentare, Gesetzgebungsdrucksachen, Gerichtsentscheidungen, Kommissionsberichte und weitere Literatur recherchiert und ausgewertet. Die unterschiedlichen Durchführungswege wurden an prominenten Beispielen untersucht. Zur Ermittlung der Versorgungswerte habe ich zahlreiche Berechnungen unter Anwendung der rechtlichen Bestimmungen unterschiedlicher Versorgungsträger angestellt und die Ergebnisse in Tabellen und Diagrammen visualisiert. Aus den Erkenntnissen formulierte ich Anforderungskriterien für den Modellentwurf, um ihn anschließend zu entwickeln und auf diese Kriterien hin abzugleichen.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die Untersuchung generierte aktuelle Ergebnisse zu den Versorgungswerten von Parlamentsmitgliedern und die Erkenntnis, dass die Durchführungswege „Versorgungswerk“ und die bereits wieder rückläufige „Eigenvorsorge“ unter der Niedrigzinsphase leiden. Die im Vergleich lukrative beamtenrechtsähnliche Versorgung steht bei den Abgeordneten hoch im Kurs, stößt bei Bürgerinnen und Bürgern aber auf Ablehnung. Ein Ausweg aus diesem Dilemma könnten die Einbeziehung der Bundestagsabgeordneten in die GRV und eine Zusatzversorgungskasse des öffentlichen Dienstes darstellen. Hierzu habe ich unter Berücksichtigung der Anforderungsspezifikationen einen Modellentwurf mit vier auf Leistungen und Kosten durchgerechneten Varianten entwickelt.

    Kontakt: R_Haider(at)t-online.de

  • Johanna Malchow: Der Umgang mit E-Scootern als Herausforderung moderner Mobilität – Die Regulierung von nicht stationsbasierten Shared Mobility-Angeboten durch die Kommunen

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die Arbeit geht primär der Frage nach, ob das gewerbliche Anbieten von E-Scootern als sog. Free-Floating-Sharing eine erlaubnispflichtige Sondernutzung des öffentlichen Raumes darstellt. Hiervon hängen Art und Umfang kommunaler Steuerungsmöglichkeiten ab. In einem zweiten Schritt wurde das Klimaschutzpotenzial von E-Scootern untersucht und in einen umfassenden kommunalen Steuerungsansatz integriert.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Der für die Bereitstellung und Nutzung von E-Scootern geltende Rechtsrahmen wurde aufbereitet und in Bezug zu einschlägiger Rechtsprechung zur Frage einer Sondernutzung gesetzt. Hieraus wurden kommunale Steuerungsmöglichkeiten und ihre Grenzen abgeleitet. Die Klimabilanz der Nutzung von E-Scootern konnte anhand der Auswertung von mehreren empirischen Studien festgestellt werden.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die gewerbliche Bereitstellung von E-Scootern im Free-Floating-Sharing stellt eine erlaubnispflichtige Sondernutzung dar, die umfassende kommunale Steuerungsmöglichkeiten eröffnet. Kommunen sollten proaktiv ein Nutzungskonzept aufstellen, das auch wettbewerbs- und unter Umständen vergaberechtliche Aspekte berücksichtigt. Aufgrund der variierenden Klimabilanz der E-Scooter sollte ihr Mehrwert zunächst als neuer und flexibler Baustein für integrierte urbane Mobilitätskonzepte begriffen werden.

    Kontakt: johannamalchow(at)gmx.de

  • Julian Oberenzer: Die Masterarbeit behandelte das Thema: „Das Milieu der sogenannten „Reichsbürger“ im Sozialverwaltungsverfahren – Rechtliche Handhabung durch die Sozialversicherungsträger“

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich die Masterarbeit?

    Mit Blick auf die sich ausweitende Reichsbürgerszene und die damit einhergehenden Problemstellungen für die Sozialversicherungsträger, wurde in der Masterarbeit analysiert,

    • wie die deutschen Sozialversicherungsträger im Sozialverwaltungsverfahren mit so- genannten Reichsbürgern umgehen,
    • wie dieser Umgang (sozialverwaltungsverfahrens-)rechtlich zu beurteilen ist, und
    • welche Hinweise für ein rechtssicheres Verwaltungsverfahren mit Anhängern desreichsbürgerspezifischen Milieus aufgezeigt werden können.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Da viele Träger der allgemeinen Verwaltung (insb. Landes- und Bundesbehörden) mittlerweile Handlungsanweisungen für den behördlichen Umgang mit Reichsbürgern veröffentlicht haben, sollte eine Dokumentenanalyse bei den deutschen Sozialversicherungsträgern Aufschluss über den dortigen Umgang mit diesem Personenkreis geben. Hierzu wurden alle deutschen Sozialversicherungsträger befragt, ob sie über entsprechende Handlungsanweisungen verfügen und ob sie diese auch für den Forschungszweck zur Verfügung stellen. Aus den so erhobenen Daten konnte eine Analyse mit Blick auf die zuvor genannten Forschungsfragen vorgenommen werden. 

    Was haben Sie herausgefunden?

    Handlungsanweisungen als Hilfestellung für die Sachbearbeitung im Umgang mit Reichsbürgern sind im System der deutschen Sozialversicherung noch nicht sehr verbreitet. Hinzu kommt, dass bereits existierende Hilfestellungen verschiedener Träger nicht immer eine hinreichende rechtliche Detailtiefe aufweisen. Jedoch ist insbesondere bei Personen aus dem Reichsbürgermilieu ein absolut rechtskonformes Verwaltungsverfahren unerlässlich, da auch kleinste (formale) Fehler der Verwaltung vom Milieu propagandistisch „als Sieg über die Verwaltung“ weiterverbreitet werden. Hier und im Bereich der Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden konnten demzufolge Handlungsbedarfe für die Sozialversicherungsträger abgeleitet werden. 

    Kontakt: joberenzer(at)gmail.com

  • Matthias Maurer: Künstliche Intelligenz in der Öffentlichen Verwaltung, Einsatzmöglichkeiten und die Auswirkungen auf den Fachkräftemangel

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die Masterarbeit befasst sich mit dem Themengebiet der Künstlichen Intelligenz (KI). Insbesondere wurde untersucht, welche konkrete Einsatzmöglichkeiten der KI in der Verwaltung bestehen und welchen Beitrag sie zum Fachkräftemangel leisten können.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Zunächst habe ich mich der KI-Thematik literaturbasiert genähert und die theoretischen Grundlagen geschaffen. Im Anschluss daran habe ich drei Einsatzmöglichkeiten (Chatbot, Entscheidungs­unterstützung und Prozessautomatisierung) vorgestellt und im Anschluss auf eine Beispielbehörde übertragen. Um die Einsatzmöglichkeiten in der Beispielbehörde zu untersuchen, habe ich im Rahmen einer qualitativen Untersuchung vier Leitfadeninterviews durchgeführt.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Es existieren grundsätzlich eine Vielzahl von KI-Anwendungen, die auch für die Öffentliche Verwaltung von Bedeutung sein können und dort einsetzbar sind. Theoretisch betrachtet bieten die untersuchten Beispiele die Möglichkeit, Mitarbeitende in der Verwaltung zu entlasten. Darüber hinaus bestehen auch für Kund*innen einige Vorteile. In der qualitativen Untersuchung hat sich zwar bestätigt, dass die Entlastungspotenziale bestehen, dennoch wurde hier eine zeitnahe Umsetzung solcher Anwendungen infrage gestellt. Gründe hierfür waren u. a., dass aus Expertensicht die KI noch im Entwicklungsstadium steckt und bei der Digitalisierung der Verwaltung noch Rückstände bestehen.

    Kontakt: maurer-matthias(at)gmx.de

  • Nicolas Lunz: Compliance-Management in deutschen Hochschulen – Eine Projektstudie

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Immer wieder treten Rechtsverstöße oder ethisch und moralisch zweifelhaftes Verhalten im Hochschulbereich an die Öffentlichkeit. So wird regelmäßig von Fehlverhalten von Beschäftigten, z. B. in Form von Korruption, Unterschlagung von Gelder oder Betrug in den Medien berichtet. Es ist zwar selbstverständlich, dass sich jede Hochschule, gerade als öffentlich-rechtliche Einrichtung rechtskonform verhalten soll, doch anscheinend sind Defizite vorhanden, die derartige Verstöße nicht weitestgehend minimieren. Compliance-Strukturen in Hochschulen können einen Lösungsansatz für diese Problematik darstellen. Compliance-Strukturen sind bereits seit Jahren ein fest integrierter Bestandteil in den meisten Unternehmen der freien Wirtschaft. Sie zielen darauf ab, dass durch unterschiedliche Prozesse, Maßnahmen und Funktionen sichergestellt wird, dass alle Mitarbeiter*innen die geltenden Gesetze, aber auch internen Richtlinien kennen und einhalten. Daher ist die Einrichtung solcher Compliance-Strukturen in öffentlich finanzierten Einrichtungen vielleicht sogar noch höher zu bewerten als für privatwirtschaftliche Unternehmen. In dieser Masterarbeit werden daher die Compliance-Strukturen in den deutschen Hochschulen untersucht. Wie ist der aktuelle Stand und was sind die Herausforderungen, die es bei der Einrichtung von Compliance zu bewältigen gibt? Rechtfertigt der Nutzen den Aufwand zur Einrichtung von Compliance-Strukturen oder ist die Bindung der Verwaltungspraxis an Recht und Gesetz nicht ohnehin schon durch Art. 20 Abs. 3 GG hinreichend manifestiert?

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Mithilfe einer Online-Befragung und der Durchführung von Experteninterviews wurde untersucht, inwieweit bereits Compliance-Strukturen in den deutschen Hochschulen vorhanden sind und ob Compliance überhaupt auf Hochschulen anwendbar ist. Der Fragebogen wurde an alle Hochschulen Deutschlands versendet und Personen von 106 unterschiedlichen Hochschulen haben an der Umfrage teilgenommen. Die hierauf aufbauenden Experteninterviews wurden mit Experten von Hochschulen in Nordrhein-Westfalen geführt.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Compliance nimmt auch für Hochschulen immer mehr an Bedeutung zu. Erste Hochschulen haben bereits Maßnahmen, wie z. B. die Formulierung von Compliance-Zielen, umgesetzt. Jedoch stehen derartige Strukturen in den Hochschulen noch am Anfang. Um den zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, sehen die Experten eine Einrichtung von Strukturen jedoch als unumgänglich. Neben externen Stakeholdern, wie Drittmittelgebern oder Forschungspartnern, fordern auch Behörden, wie z. B. das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle oder Finanzbehörden, Compliance-Strukturen. Herausforderungen für Hochschulen bei der Einrichtung von Compliance-Strukturen sind unter anderem die dezentrale Organisationsform von Hochschulen mit unterschiedlichen Leitungsbefugnissen und die Befürchtung, dass Compliance-Strukturen die im Grundgesetz verankerte Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu sehr einschränken könnten. Bei der Einrichtung und Umsetzung von Compliance-Strukturen muss daher besonders auf die Kommunikation geachtet werden, damit die Compliance-Maßnahmen von allen Mitarbeiter*innen der Hochschulen auch akzeptiert werden.

    Kontakt: nicolas.lunz(at)zollspezialisten.de

  • Steven Glaser: Die OZG-Umsetzung im Spannungsverhältnis zwischen Kommunen und Ländern am Beispiel des Freistaats Bayern – Eine Betrachtung und Analyse der kommunalen Herausforderungen im Zusammenwirken mit den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zur Fortführung der technikinduzierten Verwaltungsreform des E-Government ist eine der bedeutendsten und zugleich schwierigsten Aufgaben, denen die öffentliche Verwaltung aktuell gegenübersteht. Die Umsetzung der Vorgaben des Gesetzes zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (OZG) stellt hierbei einen wichtigen Meilenstein des Digitalisierungsprozesses dar. Die über 11.000 Kommunen deutschlandweit stehen bei der OZG-Umsetzung vor erheblichen Herausforderungen und können diese nur mit Unterstützung der übergeordneten Ebene der Länder erfolgreich bewältigen. Daran anknüpfend untersucht die Masterarbeit am Beispiel der kommunalen Ebene im Freistaat Bayern, wie sich der Umsetzungsprozess aktuell darstellt, welche Herausforderungen und Probleme hierbei aus Sicht der Kommunen bestehen, welche Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen und wie diese von den untersuchten Kommunen genutzt und hinsichtlich ihrer Wirkungsweise auf den Umsetzungsprozess bewertet werden.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Ausgehend von einer systematischen Aufarbeitung des theoretischen Kontextes mittels einer vertieften Literaturrecherche wurden im Rahmen eines qualitativen Forschungsdesigns insgesamt 12 Experteninterviews mit Vertreter*innen von Landkreisen, kreisfreien Städten, Verwaltungsgemeinschaften und Bezirken geführt. Zur Verifizierung der gewonnenen Aussagen über den kommunalen Umsetzungsprozess konnte als weitere Interviewpartnerin eine Vertreterin des Bayerischen Staatsministerium für Digitales gewonnen werden. Im Ergebnis wurden optimierende Handlungsempfehlungen abgeleitet.  

    Was haben Sie herausgefunden?

    Als Ergebnis der Arbeit zeigt sich sowohl zwischen als auch innerhalb der untersuchten Kommunaltypen ein heterogener Umsetzungsstand. Die Diversität gilt dabei nicht nur für die Digitalisierung der Verwaltungsleistungen, sondern betrifft auch die maßgeblichen rechtlichen und strukturell-organisatorischen Rahmenbedingungen, die den Umsetzungsprozess erheblich beeinflussen. Ebenso lässt sich feststellen, dass in Abhängigkeit von Art, Größe sowie technischen, finanziellen und personellen Ressourcen der Kommunen unterschiedliche Herausforderungen bestehen, die wiederum abweichende Unterstützungsbedarfe zur Folge haben. Obwohl die vor allem technischen und finanziellen Unterstützungsmaßnahmen des Freistaats Bayern überwiegend, aber differenziert, von den untersuchten Kommunaltypen in Anspruch genommen werden, weisen die Erkenntnisse der Arbeit auf eine eingeschränkte Wirksamkeit der Maßnahmen hin. Die aktive Unterstützung der Kommunen durch eine fortlaufende, zielgerichtete und effektive Anpassung der Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung der kommunalen Herausforderungen ist für die erfolgreiche Umsetzung des OZG bis Ende 2022 und die Transformierung der öffentlichen Verwaltung hin zum digitalen Staat essenziell. Die dazu in der Masterarbeit formulierten Handlungsempfehlungen können hierzu einen Beitrag leisten.

    Kontakt: steven.glaser(at)web.de

  • Philipp Ordon: Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union in Zeiten einer Pandemie – eine kritische Würdigung

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Die COVID-19-Pandemie hat weltweit zu einer ansteigenden Belastung der Gesundheitssysteme geführt. Dies hatte zur Folge, dass einige Mitgliedstaaten der Europäischen Union an COVID-19 erkrankte Patientinnen und Patienten in Krankenhäuser anderer Mitgliedstaaten verlegen mussten, um eine medizinische Behandlung sicherstellen zu können. Mit dem EU-Sozialkoordinierungsrecht und der Patientenmobilitätsrichtlinie bestehen in der Europäischen Union Rechtsgrundlagen, die grundsätzlich eine grenzüberschreitende Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen ermöglichen. Die COVID-19-Pandemie hat jedoch Schwachstellen im Rahmen der grenzüberschreitenden Notfallversorgung offengelegt. Vor diesem Hintergrund befasst sich diese Masterarbeit mit der Frage, wie die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union gestaltet werden muss, um (zukünftigen) Pandemien begegnen zu können. Das Augenmerk wird dabei auf die grenzüberschreitende Verlegung von Patientinnen und Patienten sowie die Abwicklung der entstandenen Behandlungskosten gelegt. Dabei werden auch die Besonderheiten in den Grenzregionen in den Blick genommen.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Ziel dieser Masterarbeit war, im Rahmen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung Schwachstellen bei der Patientenverlegung und der Abwicklung von Behandlungskosten zu identifizieren und aufbauend auf den gewonnen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen aufzuzeigen. Hierzu wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Relevante Literatur, Rechtsvorschriften, Gerichtsurteile und Gesetzeskommentare zu den bereits vor Pandemiebeginn bestandenen Rechtsgrundlagen und Verfahren sowie zu den während der COVID-19-Pandemie auf bi- bzw. multilateraler Ebene getroffenen Maßnahmen wurden gesichtet und bewertet, sodass Zusammenhänge hergeleitet werden konnten, aus denen sich neue Erkenntnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage ergeben haben. Die Untersuchung umfasst dabei das gesamte europäische Mehrebenensystem.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die Masterarbeit hat aufgezeigt, dass die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union in Zeiten einer Pandemie hinsichtlich der Patientenverlegung und der Abwicklung entstandener Behandlungskosten Schwachstellen aufweist. Die im Rahmen der COVID-19-Pandemie auf bi- bzw. multilateraler Ebene getroffene Maßnahmen können den bestehenden Problemen nur bedingt entgegenwirken. Diese Masterarbeit kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die Kompetenzen der Europäischen Union im Gesundheitsbereich gestärkt werden sollten. Außerdem werden Lösungswege aufgezeigt, um der Problematik der Vorabgenehmigungspflicht für die Inanspruchnahme von geplanten grenzüberschreitenden Krankenhausbehandlungen begegnen zu können. Letztlich wird eine Förderung der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in Grenzregionen empfohlen, um geeignete Strukturen und Verfahren für zukünftige Pandemien zu ermöglichen.

    Kontakt: philipp.ordon(at)googlemail.com

  • Pascal Dißmer: Die Ortschaftsverfassung in Niedersachsen - Aktuelle Rollenverständnisse von Mandatsträger*innen der Ortschaftsebene im Vergleich zur traditionsreichen Gesetzeslage

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich die Fragestellung untersucht, inwieweit die Ortschaftsverfassung Niedersachsens unter Berücksichtigung der Rollenverständnisse der Mandatsträger*innen der Ortschaftsebene ein zeitgemäßes oder längst reformbedürftiges Instrument ist. So ist die Ortschaftsverfassung bis heute ein fester Bestandteil der niedersächsischen Kommunalverfassung, die seit Jahrzehnten nahezu unverändert fortgeführt wird. Demgegenüber haben sich jedoch die Rahmenbedingungen für die niedersächsischen Gemeinden und die Kommunalpolitik teilweise grundlegend verändert, sodass zwischen dem traditionsreichen Instrumentarium der Ortschaftsverfassung und den aktuellen Rahmenbedingungen durchaus ein Spannungsverhältnis anzunehmen ist. Von diesem Spannungsverhältnis sind vor allem die Mandatsträger*innen der Ortschaftsebene als zentrale Akteure der Ortschaftsverfassung betroffen, womit deren aktuelle Rollenverständnisse einen elementaren Ansatz zur Untersuchung ebendieses Spannungsverhältnisses darstellten und in der Masterarbeit im Hinblick auf mögliche Reformansätze der niedersächsischen Ortschaftsverfassung diskutiert wurden.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Zur Beantwortung der Fragestellung habe ich eine qualitative Untersuchung in Verbindung mit einer Literaturrecherche durchgeführt, da das Forschungsfeld der Rollenverständnisse von Mandats­träger*innen der Ortschaftsebene bis dato kein Untersuchungsgegenstand der Forschung war. Dabei habe ich auf Basis eines theoretischen Modells zur Erhebung von Rollenverständnissen Leitfaden­interviews mit jeweils einem*r Ortsvorsteher*in sowie einem*r Ortsbürgermeister*in von insgesamt vier kreisangehörigen niedersächsischen Gemeinden (bis 20.000 Einwohner*innen) geführt. Damit diese Ergebnisse hinreichend abgesichert werden konnten, hat zusätzlich ein Experteninterview mit dem Politik- und Verwaltungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil stattgefunden. Die kritische Erörterung, Analyse und Diskussion der Ergebnisse konnte ich sodann anhand des Experteninterviews sowie der einschlägigen Literatur vornehmen.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Im Hinblick auf die zentrale Fragestellung meiner Masterarbeit konnte ich herausfinden, dass die Ortschaftsverfassung Niedersachsens unter Berücksichtigung der Rollenverständnisse der Mandatsträger*innen der Ortschaftsebene grundsätzlich ein zeitgemäßes Instrument ist. Als zeitgemäß war dabei der Rahmen, den der Gesetzgeber den niedersächsischen Gemeinden mit den Regelungen des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) gibt, zu beurteilen. Einschränkend konnte jedoch resümiert werden, dass die inhaltliche Ausgestaltung ebendieses Rahmens, den die niedersächsischen Gemeinden per Hauptsatzung als Ausdruck der kommunalen Selbstverwaltung vornehmen, als reformbedürftig anzusehen war. Entsprechend sollten die Gemeinden in ihren jeweiligen Hauptsatzungen Anpassungen vornehmen, um die Bedeutung der Ortschaftstypen (Ortsräte sowie Ortsvorsteher*innen) nicht zu gefährden und die Rollenverständnisse der Mandatsträger*innen der Ortschaftsebene zumindest teilweise zu berücksichtigen.

    Kontakt: pascal.dissmer(at)gmx.de

  • Beate Gasch: Die Einführung des §2b Umsatzsteuergesetz - Vergleich altes und neues Recht

    Mit welcher Fragestellung beschäftigt sich Ihre Masterarbeit?

    Mit Einführung des § 2b Umsatzsteuergesetz (UStG) wurde die Umsatzbesteuerung der öffentlichen Hand grundlegend novelliert. Durch die Entkopplung vom Körperschaftssteuerrecht sind ab dem 1. Januar 2023 alle Tätigkeiten hinsichtlich einer möglichen Umsatzsteuerbarkeit durch die Juristischen Personen des öffentlichen Rechts zu überprüfen. Neben der Betrachtung der Änderungen im Vergleich zwischen dem alten und neuen Recht habe ich die ursächlichen Faktoren sowie die sich aus den theoretischen Grundlagen ergebenden möglichen Maßnahmen für die Verwaltungspraxis untersucht.

    Wie haben Sie diese Fragestellung untersucht?

    Die theoretischen Grundlagen wurden zunächst durch eine systematische Dokumenten- und Literaturanalyse erschlossen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse habe ich in die Praxis transferiert. Ein besonderer Fokus lag u.  a. auf der Betrachtung von sogenannten ‚größeren Wettbewerbs­verzerrungen bei Behandlung als Nichtunternehmer‘. Aus den gewonnenen Erkenntnissen habe ich abschließend mögliche Handlungsmaßnahmen in Vorbereitung auf die spätere Anwendung des § 2b UStG abgeleitet.

    Was haben Sie herausgefunden?

    Die öffentliche Verwaltung muss sich künftig von tradierten mit u. a. dem Körperschaftssteuerrecht verzahnten Begrifflichkeiten loslösen. Mit der Neuregelung orientiert sich der Gesetzgeber an den Maßgaben der Europäischen Union. Aus der Verpflichtung eines ordnungsgemäßen Verwaltungs­handelns heraus folgt daraus das dringliche Erfordernis, entsprechende Maßnahmen für eine spätere rechtmäßige Anwendung des § 2b UStG abzuleiten. Aufgrund von Abgrenzungsproblematiken durch unbestimmte Rechtsbegriffe gehen mit der Novellierung jedoch gleichermaßen erhebliche Unsicherheiten und Herausforderungen einher.

    Kontakt: Falls Sie Interesse an einer Kontaktaufnahme haben, wenden Sie sich bitte an die Akademische Leiterin des MPA-Studiengangs (sveit(at)uni-kassel.de). Frau Prof. Veit stellt bei Bedarf gerne den Kontakt zu Frau Gasch her.

Veröffentlichte Abschlussarbeiten

Wissenschaftlich aktuelle Forschung besitzt im Master of Public Administration einen hohen Stellenwert, was sich nicht zuletzt in diversen Veröffentlichungen von Absolvent*innen des MPAs zeigt. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der Artikel und Beiträge, welche ehemalige Studierende des Masters allein oder in Zusammenarbeit mit Dozent*innen in Journals, Sammelbänden oder wissenschaftlichen Publikationsformaten veröffentlicht haben.

  • Sina Luise Deuster, 2026. Unsicherheitstoleranz in Verwaltungsorganisationen

    In diesem Buch werden die Konzepte der transformationalen Führung und der Unsicherheitstoleranz von Mitarbeitenden miteinander verknüpft. Mittels einer quantitativen Erhebung innerhalb einer Verwaltungsorganisation wird untersucht, inwieweit transformationale Führung die Unsicherheitstoleranz fördert, welche ihrer Dimensionen dabei besonders wirksam sind, und welchen Einfluss bestimmte dispositionelle Faktoren auf diesen Zusammenhang haben. Die erhobenen Daten werden deskriptiv ausgewertet und mittels Hypothesentests analysiert. Die Ergebnisse werden im Kontext bestehender Theorien diskutiert und Anregungen für die weitere Forschung sowie praktische Implikationen abgeleitet.

    Sina Luise Deuster hat im Rahmen ihres Masterstudiums Public Administration an der Universität Kassel die Rolle von Führungsverhalten bei der Förderung von Unsicherheitstoleranz in Verwaltungsorganisationen erforscht.

    Deuster, Sina Luise, 2026. Unsicherheitstoleranz in Verwaltungsorganisationen – Die Rolle transformationalen Führungsverhaltens. Wiesbaden. Springer Gabler, https://link.springer.com/book/9783658504830 

  • Nadin Fromm et al., 2025. Kommunalpolitiker unter Druck. Zum Rollenverständnis kommunaler Mandatsträger

    Kommunalpolitiker nehmen als gewählte Vertreter der Bürger eine zentrale Rolle in der lokalen Selbstverwaltung innerhalb des deutschen Föderalismus ein. Gleichzeitig stehen sie im Spannungsfeld zwischen wachsender Bürgerbeteiligung auf lokaler Ebene und einer zunehmenden Kritik an der repräsentativen Demokratie, die sich auch auf die Kommunalparlamente erstreckt. Zudem richtet sich Unzufriedenheit mit Bundes- oder Landespolitik oft direkt an kommunale Repräsentanten, da diese als unmittelbare Ansprechpartner vor Ort fungieren. Vor diesem Hintergrund untersucht der vorliegende Beitrag das Rollenverständnis kommunaler Mandatsträger in kleinen und mittelgroßen Städten in Deutschland.

    Der Artikel präsentiert die Ergebnisse des Lehrforschungsprojektes „Das Rollenverständnis kommunaler Mandatsträger*innen“ (R:KOM), das im Wintersemester 2023/2024 beim MPA Kassel durchgeführt wurde.

    Fromm, Nadin; Settles, Kevin W.; Dißmer, Pascal; Blattner, Arina Jolin; Bolten, Anna; Höft, Nicole; Huxoll, Anika; Geffert, Cornelia; Hüster, Marie; Laschke, Janette; Paradissis, Miriam und Schmidt, Alexander, 2025. Kommunalpolitiker unter Druck. Zum Rollenverständnis kommunaler Mandatsträger. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 56 (1), 160-177. https://doi.org/10.5771/0340-1758-2025-1-160

  • Lina Peglau, Maximilian Korzen und Dr. Caroline Fischer, 2024. Was digitales Red Tape auslöst und was dagegen hilft

    Digitalisierung soll helfen, Bürokratie abzubauen, sowie die Verwaltung agiler und flexibler machen. Zugleich sollen die Mitarbeitenden motiviert und zufrieden sein. Doch Digitalisierung kann diese Heilsversprechen nicht generell halten. Immer wieder erzeugt sie sogar ein Mehr an bürokratischer Last.

    Peglau, Lisa, Korzen, Maximilian, & Fischer, Caroline, 2024. Was digitales Red Tape auslöst und was dagegen hilft. In: innovative Verwaltung 4 (2024), 12-15.

  • Antonia Börner, 2024. Ein Realitätscheck – Wissenschaftsmanagement in der öffentlichen Verwaltung

    Wissen stellt die Basis aller Dienstleistungen in der öffentlichen Verwaltung dar. Die Anerkennung von Wissen als strategische Ressource hat den Grundstein für den managementbasierten Umgang mit Wissen gelegt. Das Wissensmanagement spielt demnach für die Dienstleistungsqualität und die Effizienz der öffentlichen Verwaltung eine zentrale Rolle. Doch warum ist Wissensmanagement noch nicht im deutschen Behördenalltag angekommen?

    Börner, Antonia, 2024. Ein Realitätscheck – Wissenschaftsmanagement in der öffentlichen Verwaltung. In: Behörden Spiegel 2 (40), 4, https://issuu.com/behoerden_spiegel/docs/2024_februar/4.

  • Kathrin Suslik, 2023. Informelle Kommunikation in virtuellen Teams

    In diesem Buch wird thematisiert, wie die Virtualisierung von Teams den Umfang der informellen Kommunikation zwischen den Teammitgliedern beeinflusst und durch welche Faktoren dieser Einfluss moderiert wird. Dazu wurden nach einer Darstellung des Forschungsstands und Begründung der Forschungslücke aus der Theorie sieben Untersuchungshypothesen hergeleitet und diese anhand einer qualitativen Studie überprüft. Die Untersuchung ergab, dass der Umfang informeller Kommunikation bezogen auf die Häufigkeit der Interaktionen bei virtueller Zusammenarbeit erheblich abnimmt. Die Ergebnisse weisen auf eine diesen Einfluss moderierende Wirkung der Aufgabeninterdependenz, der Medienreichhaltigkeit, des mit der Kontaktaufnahme verbundenen Aufwands sowie des sozio-emotionalen Zustands des Teams hin. Auf Basis der Ergebnisse werden Implikationen für Forschung und Praxis abgeleitet.

    Suslik, Kathrin, 2023. Informelle Kommunikation in virtuellen Teams. Wiesbaden. Springer Gabler, https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-43249-2

  • Pascal Dißmer, 2023. Rollenbilder von Mandatsträgern in Niedersachsen

    Niedersächsische Ortschaftsverfassung bedeutet Tradition und Beständigkeit. Aber inwieweit wird sie den heutigen Gegebenheiten (u.a. sinkende Wahlbeteiligungen) gerecht? Dies wird im Beitrag anhand der Rollenbilder der politischen Mandatsträger auf der niedersächsischen Ortschaftsebene diskutiert.

    Dißmer, Pascal, 2023. Rollenbilder von Mandatsträgern in Niedersachsen. In: GWP - Gesellschaft Wirtschaft Politik 72 (2), 169-179, https://doi.org/10.3224/gwp.v72i2.06 (als Open Access verfügbar).

  • Johanna Reimann, 2023. Häusliche Gewalt und Verwaltung – Führungskräfte in der Verantwortung

    Mindestens jede vierte Frau ist im Laufe ihres Lebens von partnerschaftlicher Gewalt betroffen. Die Zahlen steigen seit Jahren. Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Gemäß einer Studie des Landeskriminalamts Niedersachsen (2022) werden lediglich 0,5 Prozent der Fälle partnerschaftlicher Gewalt zur Anzeige gebracht. Angesichts der hohen Zahlen ist davon auszugehen, dass Betroffene von häuslicher Gewalt auch in der öffentlichen Verwaltung tätig sind. Durch ihre Gemeinwohlorientierung kommt der öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeberin eine Vorbildfunktion zu – dabei fällt der Themenkomplex in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Führungskräfte. Der sensible Umgang mit Betroffenen häuslicher Gewalt durch die Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung hat das Potenzial, für die Privatwirtschaft richtungsweisend zu sein.

    Der ganze Artikel kann unter https://issuu.com/behoerden_spiegel/docs/2023_april/2 abgerufen werden.

  • Maximilian Rottmann, 2023. Einführung eines Projektportfoliomanagements in der öffentlichen Verwaltung

    Bei steigender Anzahl und Bedeutung von Projekten und Programmen ist es notwendig, die knappen Ressourcen des öffentlichen Dienstes zielgerichtet und effizient einzusetzen. Die Masterarbeit von Maximilian Rottmann befasst sich mit der Methode des Projektportfoliomanagements in der öffentlichen Verwaltung und ist ab sofort im KGSt-Portal (mit Anmeldung) verfügbar: www.kgst.de/doc/20230109A0004

  • Anna-Lena Wiegand und Nadin Fromm, 2022. Die Elektronische Aufenthaltsüberwachung in Deutschland – Die Fallkonferenzen als entscheidendes Koordinationsinstrument einer progressiven Policy-Maßnahme im Strafsystem?

    Die in Deutschland im Jahr 2011 gesetzlich eingeführte elektronische Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) bietet die technische Voraussetzung zur Überwachung entlassener Straftäter*innen mit negativer Legalprognose. Dies betrifft insbesondere Sexualstraftäter*innen und betont den Ausnahmecharakter der EAÜ als ultima ratio in Deutschland. Das Bundesland Hessen als Pionier der elektronischen Überwachung in Deutschland setzte in der Vergangenheit institutionelle Maßstäbe für die bundesweite Implementation. Bei der praktischen Umsetzung sind Akteur*innen verschiedener Behörden beteiligt, die bei sog. Fallkonferenzen über den EAÜ-Einsatz entscheiden. Die Fallkonferenzen wurden erst mit der Einführung der EAÜ ins strafrechtliche Sanktionssystem Deutschland initialisiert. Sie sind ein innovatives, bisher wenig erforschtes Instrument einer ressortübergreifenden Verwaltungskoordination. Im vorliegenden Beitrag werden auf Basis von Interviews mit Expert*innen einer exklusiv besetzten Stichprobe sowie mit Hilfe des akteurzentrierten Institutionalismus die Bedeutung der Fallkonferenzen für die erfolgreiche Koordination der EAÜ exploriert.

    Wiegand, Anna-Lena und Fromm, Nadin, 2022. Die Elektronische Aufenthaltsüberwachung in Deutschland – Die Fallkonferenzen als entscheidendes Koordinationsinstrument einer progressiven Policy-Maßnahme im Strafsystem? In: dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management (Online first), 1-22, https://doi.org/10.3224/dms.vXiX.04 (als Open Access verfügbar).

    Außerdem finden Sie in der Audiothek des Deutschlandfunks ein Interview mit Anna-Lena Wiegand vom 16.05.2023.

  • Christian Schreiner und Nadin Fromm, 2021. Die Sozialwahlen in der Krise: E-Democracy als Chance?

    Alle sechs Jahre werden in Deutschland per Briefwahl Vertreter gewählt, die sich in Gremien der gesetzlichen Krankenkassen und der Rentenversicherung für die Interessen der Sozialversicherten einsetzen. Dieses Prinzip der Selbstverwaltung des deutschen Sozialversicherungssystems besteht seit dem 19. Jahrhundert. Doch die Sozialversicherungswahlen befinden sich seit längerem in der Krise: Sie verfügen über eine geringe Bekanntheit und eine niedrige Wahlbeteiligung bei proportional großem Aufwand und hohen Kosten. Der vorliegende Artikel analysiert, inwieweit Elemente von E Democracy geeignet sind, das traditionsreiche Instrument zu stärken, um so die Bekanntheit der Sozialversicherungswahlen zu steigern. Anhand der vier Stufen von Partizipation (Information, Konsultation, Kooperation, Mitentscheidung) wird auf Basis empirischer Daten diskutiert, ob E-Voting die Möglichkeiten zur Mitbestimmung erweitert.

    Schreiner, Christian und Fromm, Nadin, 2021. Die Sozialwahlen in der Krise: E-Democracy als Chance? In: dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management, 14 (1), 185-206, https://doi.org/10.3224/dms.v14i1.04 (als Open Access verfügbar).

  • Christian Schreiner, 2021. Sozialwahlen Online

    Die drittgrößte Wahl in Deutschland, die Sozialwahl, befindet sich in einer Krise. Die voranschreitende Digitalisierung kann im Rahmen einer elektronischen Bürgerbeteiligung einen Beitrag zur Lösung leisten. Dargestellt wird, inwieweit solche Elemente der E-Democracy bereits zum Einsatz kommen und welche Chancen und Risiken ein erweiterter Einsatz mit sich bringt.

    Schreiner, Christian, 2021. Sozialwahlen Online. In: Bätge, Frank; Effing, Klaus; Möltgen-Sicking, Katrin; Winter, Thorben (Hrsg.), Politische Partizipation, Kommunale Politik und Verwaltung. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 413-436, https://doi.org/10.1007/978-3-658-33985-2_22.

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