Master of Arts Bildungsmanagement

Curriculum – so ist das Studium aufgebaut
Der berufsbegleitende Master in Bildungsmanagement umfasst sechs Module und die Masterarbeit, verteilt auf drei Semester (60 Credits, weitere 60 Credits über Anerkennungen). Sie bereiten sich auf Management- und Führungsaufgaben in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen vor: von Schulentwicklung und Qualitätsmanagement über Personalführung und Gesundheitsmanagement bis zu Teamentwicklung, Unterrichtsentwicklung und Beratung. Die ersten beiden Semester sind den Modulen gewidmet, das dritte Semester der Masterarbeit. Das Studium ist so aufgebaut, dass es sich gut mit dem Beruf vereinbaren lässt: Sechs Präsenzwochenenden in Kassel werden mit Online-Seminaren und Phasen des Selbststudiums kombiniert.
Curriculumsübersicht
| Semester | Modul | Dozierende:r | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| 1 | Modul 1 Schule im System (Organisationsentwicklung I) | Prof. Dr. Hans Peter Kuhn, Dr. Franz Klingebiel, Dr. Ralf Weskamp | 07./08.11.2026 (Seminar Jhg 12) |
| Modul 3 Personalführung und Gesundheitsmanagement (Personalentwicklung I) | Prof. Dr. Hans Peter Kuhn, Dr. Franz Klingebiel | 12./13.12.2026 (Seminar Jhg. 12) | |
| Modul 5 Unterrichtsentwicklung | Prof. Dr. Frank Lipowsky, Daniela Rzejak | 06./07.02.2027 (Seminar Jhg. 12) | |
| 2 | Modul 4 Professionalisierung und Teamentwicklung (Personalentwicklung II) | Prof. Dr. Frank Lipowsky, Daniela Rzejak | 06./07.03.2027 (Seminar Jhg. 12) |
| Modul 2 Qualitätsmanagement (Organisationsentwicklung II) | Dr. Julia Zimmermann | 24./25.04.2027 (Seminar Jhg. 12) | |
| Modul 6 Interaktion und Beratung | Prof. Dr. Natalie Fischer | 26./27.06.2027 Seminar Jhg. 12) | |
| 3 | Master-Workshop - kein Modul, ein Online-Angebot zur Vorbereitung der Masterarbeit | Prof. Dr. Natalie Fischer, Prof. Dr. Hans Peter Kuhn | 21.11.2026 (für Jhg. 11 und davor) |
Abschluss
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiengangs wird von der Universität Kassel der akademische Grad eines „Master of Arts“ verliehen, der zur Promotion berechtigt. Alle Absolvent:innen erhalten ein Zeugnis, eine Urkunde, ein Diploma Supplement, ein ausführliches Transcript of Records sowie eine ECTS Einstufungstabelle. Diese Dokumente belegen, dass die erworbenen Kompetenzen den Anforderungen des Qualifikationsrahmens für deutsche Hochschulabschlüsse der Kultusministerkonferenz entsprechen. Das Diploma Supplement erteilt detailliert Auskunft über das dem Abschluss zugrundeliegende Studium.
Modulübersicht
Modul 1: Schule im System (Organisationsentwicklung I)
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Herausforderungen an Schule vor dem Hintergrund aktueller bildungspolitischer und gesellschaftlicher Entwicklungen und ihre Wechselbeziehung zur Einzelschule reflektieren
- Das Spannungsfeld zwischen schulischer Autonomie, rechtlichen und strukturellen Vorgaben sowie administrativen Aufgaben von Schulleitung reflektieren
- Gestaltungsspielräume der Einzelschule als pädagogische Handlungseinheit ausloten
- Kommunale Zuständigkeiten und Vernetzungsmöglichkeiten in der Region ausloten, kritisch reflektieren und für die eigene Schulentwicklungsarbeit bewerten
- Gelingende Kooperationen mit außerschulischen Partnern im Sinne des Leitbilds der Einzelschule pflegen und fördern
- Grundlagen des Schulrechts kennen und die rechtliche Tragweite von Entscheidungen in Bildungseinrichtungen reflektieren
- Reflexionskompetenz (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Aufbau des Schulsystems in Deutschland
- Aktuelle Themen im Feld Schulreform, Politik und Gesellschaft
- Schulautonomie und Rechenschaftspflicht
- Grundzüge des Schulrechts
- Schule und Kommune
- Netzwerke und Kooperationspartner
Modul 2: Qualitätsmanagement (Organisationsentwicklung II)
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Grundlagen des Innovations- und Projektmanagements in der Schule kennen
- Innovationsziele und -strategien im Anschluss an bestehende Strukturen und Prozesse in der Einzelschule entwickeln und umsetzen
- Ansätze zur kooperativen Qualitätsentwicklung von Schule vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um Schulqualität und -effektivität einordnen und begründet auswählen
- Perspektiven einer empiriegestützten Schulentwicklung kennen
- Methoden zur internen und externen Evaluation schulischer Prozesse kennen, reflektieren, begründet auswählen und umsetzen
- Widerstände in Schulentwicklungsprozessen antizipieren und bearbeiten
- Prozesse der kooperativen Erarbeitung und Umsetzung von Leitbild und Schulprogramm anstoßen und begleiten
- Organisationskompetenz (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Aktuelle Ansätze zu Schulqualität und –effektivität
- Kooperative und projektförmige Entwicklungsprozesse in der Schule
- Bedingungen und Instrumente wirkungsvoller Umsetzung schulischer Innovationen
- Interne und externe Evaluation und die Nutzung ihrer Ergebnisse für die Schulentwicklung
- Leitbild- und Schulprogrammentwicklung
Modul 3: Personalführung und Gesundheitsmanagement (Personalentwicklung I)
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Wesentliche Aspekte der Personalführung (Personalbeschaffung, -auswahl und –beurteilung) kritisch reflektieren und praktisch umsetzen
- Laterale Personalführung als Spannungsfeld zwischen Kollegialität und Beurteilung/Beratung von Personal reflektieren und die Be-deutung partizipativer und kooperativer Führungsansätze kennen
- Wirkungen von transformationaler Führung und Vertrauenskultur in der Schule kennen, reflektieren und entsprechende Entwicklungs-prozesse anstoßen und unterstützen
- Die Rolle von Leitungspersonen für Entwicklungsprozesse in Bildungsinstitutionen reflektieren
- Das Kollegium für schulische Ziele begeistern und zur Mitarbeit motivieren
- Methoden der Belastungsbewältigung und des Gesundheitsmanagements reflektieren und in der Schule anwenden
- Die Dynamik von Konflikten in Bildungseinrichtungen verstehen und konstruktive Interventionen planen und umsetzen
- Führungs- und Selbstkompetenz (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Aktuelle Führungstheorien
- Grundlegende Aufgaben des Personalmanagements
- Vertrauenskultur und Motivationsförderung im Kollegium
- Spezifische Belastungen in Lehrberufen und Gesundheitsmanagement als Teil der Qualitätsentwicklung von Schule
- Diagnostische Verfahren in Bezug auf die „Gesunde Schule“
- Konfliktmanagement in Schulkollegien
- Laterale Führung: Beratung und Beurteilung von Kolleg:innen
Modul 4: Professionalisierung und Teamentwicklung (Personalentwicklung II)
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Strukturen und Prozesse des kollegialen Austauschs, der Teamentwicklung und der Kooperation initiieren und institutionalisieren
- Abstimmung von Organisationsentwicklung und Personalentwicklung in der Schule als lernende Organisation
- Zusammensetzung und Arbeitsweise professioneller Lerngemeinschaften kennen und diese mit einem Fokus auf schulisches Lernen initiieren und begleiten
- Zusammenhänge zwischen dem Lernen der Professionellen und der Schülerinnen und Schüler in der Bildungsinstitution kennen und reflektieren
- Professionalisierungsprozesse des schulischen Personals (individuell) sowie des Kollegiums angemessen berücksichtigen und einplanen
- Teamentwicklungs- und Kommunikationskompetenz (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Grundlagen und aktuelle Ansätze zur Professionalisierung von Lehrpersonen und Schulpersonal
- Interne (multi-)professionelle Kooperation und kollegiale Beratung
- Schule als lernende Organisation
- Professionelle Lerngemeinschaften
- Fortbildung und lebenslanges Lernen
Modul 5: Unterrichtsentwicklung
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Kenntnis und Reflexion aktueller politischer und gesellschaftlicher Anforderungen an Lehren und Unterrichten und entsprechender Unterrichtskonzepte in Bezug zur eigenen Bildungsinstitution
- Pädagogische Ziele mit dem Fokus auf das Lernen und Unterrichten reflektieren, modellieren und die Verwirklichung in der eigenen Institution unterstützen
- Wirksame Instrumente der Unterrichtsdiagnostik und -entwicklung kennen und im Zusammenspiel mit der Schulentwicklung anwenden
- Merkmale und Bedingungen von Unterrichtsqualität kennen und entsprechende Umsetzungen fördern
- Innovationen im Unterricht und Maßnahmen der Unterrichtsentwicklung initiieren und strukturell unterstützen
- Reflexion der eigenen Rolle als Schulleitung für die Unterrichtsentwicklung an der Schule
- Konstruktiver Umgang mit Diversität in Schule und Unterricht
- Methodenkompetenz (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Methoden, Instrumente und Szenarien der Unterrichtsdiagnostik und –entwicklung mit Bezug zu Schulentwicklungsprozessen
- Lernen und Unterrichten im 21. Jahrhundert
- Unterrichtsqualität
- Umgang mit Diversität in Schule und Unterricht
Modul 6: Interaktion und Beratung
Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele
- Grundlagen pädagogischer Ethik im Zusammenhang mit Menschenrechtsbildung reflektieren und in der Bildungsinstitution umsetzen
- Die Bedeutung eines positiven Schulklimas für Lern- und Arbeitsprozesse in der Schule kennen und einen strukturellen Rahmen zur Förderung schaffen
- Bedingungen und Wirkungen ge- und misslingender pädagogischer Beziehungen sowie Merkmale der Gestaltung positiver Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden kennen und reflektieren
- Beratung und Gesprächsführung in Bezug auf verschiedene Adressaten (Eltern, Lernende, Lehrende, Personal, Bildungsverwaltung etc.) theoretisch einordnen und positiv gestalten
- Ansätze der Bildungsberatung kritisch reflektieren und begründet auswählen
- Fachübergreifende Kompetenzen (Schlüsselkompetenz)
Lehrinhalte
- Beratungsansätze und Supervision
- Laufbahnberatung (Adressat: Schüler:innen)
- Eltern als Bildungspartner:innen
- Grundlagen förderlicher Lehrer-Schüler-Interaktionen
- Pädagogische Ethik und Menschenrechte
- Schulklima
Studienziele
Die Anforderungen an Führungskräfte in Schulen wachsen seit Jahren. Inklusion, Ganztagsschule, Digitalisierung, mehr Verantwortung für Ressourcen und veränderte Erwartungen von Schüler:innen, Eltern und Gesellschaft machen die Schulleitung vielfältiger und komplexer. Die dafür nötigen Kompetenzen vermittelt die Lehrer:innenausbildung nicht. Der Studiengang bereitet deshalb auf Leitungsfunktionen in Schulen und schulnahen Organisationen vor, etwa in der Bildungsverwaltung, der Lehrer:innenfortbildung oder der Schulberatung.
Grundlage ist eine fundierte wissenschaftliche Theorie- und Methodenausbildung mit klarem Anwendungsbezug. Leitbild des Studiums ist der Transfer von wissenschaftlichem Wissen in die berufliche Praxis. Die Studierenden lernen, die Qualität von Schule gezielt auf den Ebenen Unterricht, Personal und Organisation weiterzuentwickeln. Neben Fach- und Methodenkompetenzen stärken sie ihr analytisches und vernetztes Denken, ihre Lösungs- und Handlungskompetenz sowie ihre Sozialkompetenz und Verantwortungsbereitschaft. So können sie das Gelernte auf bekannte wie neue Herausforderungen anwenden und spezifische Verfahren und Instrumente sicher in ihrer beruflichen Praxis einsetzen.
Zielgruppen
Der Studiengang richtet sich vor allem an jene, die im Arbeitsfeld Bildungsmanagement tätig werden wollen oder dort bereits tätig sind.
- Menschen, die im pädagogischen Bereich tätig sind und sich für Führungsaufgaben interessieren.
- Lehrkräfte, die eine Leitungsposition anstreben bzw. innehaben
- Personen Studienabschluss (Grund-, Haupt-, Realschule oder Sozialpädagogik), die einen Aufstieg in den höheren Dienst anstreben
- Mitarbeiter:innen bei Bildungsträgern mit einem ersten Hochschulabschluss
Qualifikationsziele
Die Studierenden lernen, wissenschaftliche Methoden gezielt zur Analyse und Lösung von Problemen im Bildungsmanagement einzusetzen. Sie können:
- strategische Entscheidungen theoretisch begründen und organisatorisch vorbereiten,
- die Qualität von Schule und Unterricht reflektieren und sichern,
- Projekte nach wissenschaftlichen Kriterien planen, umsetzen und steuern,
- die Wirkung von Maßnahmen beurteilen,
- Rahmenbedingungen, Veränderungen und Trends im Bildungsbereich erkennen und reflektieren.
Zudem bauen sie ihre Kommunikations-, Präsentations- und Teamkompetenzen sowie ihre Überzeugungs- und Anleitungsfähigkeit aus, entfalten ihr kreatives Potenzial und knüpfen ein persönliches Netzwerk mit Gleichgesinnten.
Kompetenzen nach Modulen
Mit Abschluss der Module können die Absolvent:innen …
- die Steuerbarkeit von Schule als Organisation im System einschätzen und die Schule mit externen Partnern weiterentwickeln (Modul 1),
- die Qualität von Schule systematisch und datenbasiert sichern und weiterentwickeln (Modul 2),
- Schule und schulisches Personal professionell führen und managen (Modul 3),
- Schule als lernende Organisation verstehen, Mitarbeiter:innen fördern und in die Führung einbinden (Modul 4),
- die Schule mit Fokus auf Lernen und Wohl der Lernenden führen und zeitgemäßen Unterricht strukturell verankern (Modul 5),
- Beziehungen und Interaktionen an der Schule in ihrer Bedeutung für das Lernen einschätzen, pädagogische Ethik reflektieren und adressatengerecht kommunizieren und beraten (Modul 6),
- eine Fragestellung wissenschaftlich bearbeiten und in die Fachdiskussion einordnen (Modul 7).
Fachübergreifende Schlüsselkompetenzen
In jedes der Module 1–6 ist eine Schlüsselkompetenz integriert (je 1 Credit):
- Reflexionskompetenz: die Rolle der Einzelschule und die eigenen Handlungsspielräume im Schulsystem reflektieren (Modul 1)
- Organisationskompetenz: schulinterne Evaluationen und innovative Maßnahmen umsetzen, Projektmanagement weiterentwickeln (Modul 2)
- Führungs- und Selbstkompetenz: die eigene Führungsrolle u. a. durch kollegiale Fallberatung reflektieren und Belastungen bewältigen (Modul 3)
- Teamentwicklungs- und Kommunikationskompetenz: Instrumente zur Teamentwicklung und Moderation gemeinsamer Lernprozesse im Kollegium einsetzen (Modul 4)
- Methodenkompetenz: Maßnahmen der Unterrichtsentwicklung umsetzen und angemessen anwenden (Modul 5)
- Ethische Reflexionskompetenz: ethische und menschenrechtliche Grundlagen pädagogischen Handelns als Basis für Beratung und schulische Interaktion reflektieren (Modul 6)
Gesellschaftliches Engagement
Der Studiengang behandelt gesellschaftliche Erwartungen an Schule, Kooperation und Partizipation, ethische Fragen sowie den Umgang mit Vielfalt. Er sensibilisiert für Chancengleichheit und die Teilhabe unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.
Persönlichkeitsentwicklung
Ein studienbegleitendes Portfolio und Leitfragen zur Literatur regen dazu an, das eigene Rollenverständnis in Bezug auf die (angestrebte) berufliche Tätigkeit zu reflektieren.