Modul 2: Bildungsgovernance

Kurs 1: Educational Governance – Theorien und Konzepte

Educational Governance ist eine analytische Sichtweise auf das Bildungssystem, die davon ausgeht, dass direkte Planung und Steuerung eines so komplexen Sozialsystems eigentlich gar nicht möglich ist. Welche Wirkungen können Innovationen und Reformen dann aber auf Schule haben? Verändert sich Schule immerzu oder überhaupt nie? Der Studienbrief zeigt, wie Staat und Markt, aber auch wie einzelne Akteure auf das Bildungssystem wirken und mithilfe welcher Konzepte diese Zusammenhänge beschrieben werden können. Im ersten Teil des Textes werden staatliche und marktbezogene Einflüsse auf das deutsche Bildungssystem untersucht. Der zweite Teil stellt Konzepte vor, mit dessen Hilfe die Wirkung von Bildungsreformen und Innovationen auf Schule analysiert werden kann.

Kurs 2: Lernort Gemeinde – Kommunale Bildungsverantwortung

In den vergangenen Jahren sind verschiedene Initiativen auf kommunaler Ebene entstanden, die die Verantwortung für Bildung und Ausbildung explizit (auch) auf kommunaler Ebene verorten. Nicht nur Kindertagesstätten, die Verwaltung der äußeren Schulangelegenheiten, kompensatorische Ausbildungsangebote und verschiedene Einrichtungen des lebensbegleitenden Lernens liegen im kommunalen Zuständigkeitsbereich. Auch und vor allem die Übergänge zwischen den Bildungsabschnitten und die Vernetzung der Bildungsangebote untereinander sind zentrale Aufgaben der Kommunen. Der Studienbrief zeigt Herausforderungen kommunaler Bildungsverantwortung ebenso auf wie aktuelle Ansätze, um diesen gerecht zu werden.

Kurs 3: Schulleitung und Schulaufsicht

Bildungspolitik findet zu großen Teilen in der Schule statt. Der Studienbrief schildert Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten der Schulleitung und zieht dabei internationale Vergleiche heran. Der zweite Teil des Textes beschäftigt sich mit der Rolle der Schulaufsicht in einer modern gestalteten Schullandschaft. Der Autor des Studienbriefes, Herr Prof. Dr. Rosenbusch, stellt die These auf, das Verhältnis zwischen Schulleitung und Schulaufsicht sei "strukturell gestört" und weist auf Möglichkeiten der Überwindung dieses Strukturproblems hin.

Kurs 4: Lebensbegleitendes Lernen

Dörthe Herbrechter und Prof. Dr. Michael Schemmann nähern sich dem Thema des lebensbegleitenden Lernens zunächst auf programmatischer Ebene und nehmen dabei sowohl nationale als auch internationale Programmatiken zum lebenslangen Lernen in den Blick. Sodann wird der theoretische Rahmen zum lebensbegleitenden Lernen näher analysiert, wobei insbesondere die Lebenslauf- und Biografieperspektive in den Vordergrund gerückt werden. Schließlich fokussiert der Studientext auch aktuelle Strukturen und empirische Studien zum lebensbegleitenden Lernen in Deutschland, öffnet aber auch die Perspektiven ins europäische und außereuropäische Ausland.

Kurs 5: Netzwerke im Bildungswesen

Dass Schulen zunehmend selbstständig handeln, bedeutet nicht, dass sie für sich und alleine agieren. Selbstständige Schulen sind vielmehr in vielleicht sogar stärkerem Ausmaß genötigt, mit anderen Bildungs-einrichtungen zu kooperieren. Absprachen, gemeinsame Ressourcennutzung und teilweise auch gemeinsame Aufgabenbewältigung über Einrichtungen und Bildungsformen hinweg stehen auf der Agenda vieler Schulen. Regionale Bildungsnetzwerke zwischen Schulen und anderen Einrichtungen werden vielerorts aufgebaut und genutzt. Der Studienbrief informiert über unterschiedliche Optionen, solche Bildungsnetzwerke aufzubauen und zu nutzen. Darüber hinaus stellt er Erfahrungen mit Bildungsnetzwerken dar und reflektiert diese kritisch.

Kurs 6: Rechtliches Basiswissen für Führungskräfte im Bildungswesen

"Viel Ärger, wenig Spielraum", so lautete vor einigen Jahren die Überschrift in einer überregionalen Zeitung, in der die bisherige Stellung von Schulleiterinnen und Schulleitern charakterisiert wurde. Sie habe häufig nicht mehr als den Status einer Verwalterstelle ohne wesentliche Entscheidungsbefugnisse, die allerdings viel Ärger mit sich bringe. Genau das ändert sich gerade. Es ist eine weit verbreitete Überzeugung, dass die Einzelschule eine größere Freiheit, verbunden mit einer größeren Verantwortung braucht. Die Bildungspolitik ist überall dabei, die Weichen in diese Richtung zu stellen. Diese Entwicklung trifft aber auf ein Personal, das für den sensiblen und oft schwierigen Bereich spezifisch rechtlicher Fragestellungen nicht hinreichend ausgebildet ist. Die Befugnis, selbstständig Entscheidungen treffen zu können, sollte aber die Fähigkeit voraussetzen, die rechtliche Tragweite anstehender oder getroffener Entscheidungen eigenständig anhand der bestehenden Gesetzeslage abschätzen zu können. Der Studienbrief legt einige für die Schulleitung bedeutsame Bereiche des Rechts dar und hat das Ziel, das Verständnis juristischer Fragen voranzutreiben. Zielgruppen sind neben Schulleitungsmitgliedern und Lehrkräften, die sich auf eine Aufgabe in der Schulleitung, in der Bildungsverwaltung oder der Schulaufsicht vorbereiten wollen, auch Lehrkräfte und Referendare, die ihre Kenntnisse und Sicherheit in schulrechtlichen Fragen vertiefen wollen.

Kurs 7: Praxisfeld: Laufbahnberatung

Laufbahnberatung ist in Deutschland bisher ein wenig geläufiger Begriff. Der Studienbrief gibt eine Einführung in diese Form beruflicher Orientierungsberatung. Er beschreibt das Arbeitsfeld, die besonderen Merkmale und Inhalte. Laufbahnberatung ist immer auch Übergangsberatung. So werden auch der Übergangsprozess und die erforderlichen Kompetenzen, um Übergänge persönlich stimmig zu bewältigen, anhand eines Forschungsmodells in den Blick genommen und in die Praxis übersetzt. Im letzten Teil geht es um die Verbindung von Laufbahnberatung und Schule. Die traditionelle Berufsberatung zur Erstberufswahl gerät an ihre Grenzen. Immer mehr laufbahnberatende Elemente müssen schon frühzeitig integriert werden, damit der komplexe Prozess der Berufswahl gelingen kann. Der Studienbrief enthält Reflexionsaufgaben zum Transfer des Gelernten in die eigene Berufspraxis und ein Kompetenzanalysetool zur Einschätzung der eigenen Übergangskompetenz.