Studieninhalte

Eltern und Pädagogen wissen, wie schwer es sein kann Kinder für eine Aufgabe zu begeistern. Sie wissen aber auch, welche einzigartigen Ergebnisse dabei am Ende entstehen können. Das Potential der Heranwachsenden richtig zu lenken und zu nutzen ist die große Herausforderung, mit der sich das Weiterbildungsangebot beschäftigt.

Innerhalb von vier Semestern werden die Teilnehmer effektiv auf ihre bevorstehende Arbeit an Schulen und anderen Einrichtungen vorbereitet. Das Programm besteht dazu aus drei thematischen Teilmodulen (siehe unten), die jeweils einen individuellen Themenschwerpunkt setzen und so die diversen Facetten der künstlerischen Schulpädagogik optimal wiederspiegeln.

Mit Gruppen arbeiten

Kein Kind gleicht dem anderen. Jede Klasse stellt Künstler und Lehrer vor völlig unterschiedliche Herausforderungen und bietet ihnen gleichzeitig ganz einzigartige Potentiale. Um die Teilnehmer des Studienprogramms auf das heterogene Arbeitsumfeld vorzubereiten, bietet sich für das Modul "Mit Gruppen arbeiten" das Medium des Films an. Die filmische Dokumentation von Projektarbeit mit Jugendlichen erlaube es, am authentischen Beispiel zu lernen, ohne sogleich Teil der Situation zu sein. Durch die filmischen Beispiele sowie die anschließende Aufarbeitung des Gesehenen beantwortet der Kurs die zentralen Fragen der Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen:

  • Welche Dynamik entwickelt sich in der Gruppe?
  • Welche Rolle nehmen welche Gruppenmitglieder ein?
  • Wie lassen sich in Gruppenprozessen individuelle Vorstellungen unterstützen?
  • Welche Arbeitsphasen lassen sich in gestalterischen Prozessen identifizieren?
  • Wann braucht eine Gruppe einen Impuls von außen?
  • Verläuft künstlerische Arbeit in spezifischen Phasen?

Das Ziel des Moduls ist es den Projektteilnehmern einen flexiblen Umgang mit der jeweiligen Gruppe und speziellen Situation zu ermöglichen. Durch die vielen Methoden für die Arbeit in Gruppen lernen die Künstler anregende Aufgaben zu stellen, Feedback zu geben und Gruppengespräche zu moderieren.

Theoretische Grundlagen erarbeiten

Das Modul "Theoretische Grundlagen erarbeiten" liefert die Basis, um künstlerische Projekte kontext- und adressatenbezogen zu konzipieren, sie angemessen begleiten und differenziert reflektieren zu können. Die Grundlagen werden in diesem Programmabschnitt vor allem durch Lektüre vermittelt. Die Projektteilnehmer werden nicht nur Theorien und Konzeptionen ästhetischer Bildung kennenlernen, sondern auch die Merkmale psychisch-sozialer Entwicklungsprozesse und Konfliktpotentiale, die sich daraus ergeben. Sie werden ferner sensibilisiert für Phänomene des „kinder- und jugendästhetischen Ausdrucks“.

Zu den thematischen Schwerpunkten gehören z.B.:

  • Ästhetische Praxen von Kindern und Jugendlichen
  • Schulische vs. außerschulische Bereiche kultureller Bildung
  • Kulturelle Bildung und Schulentwicklung
  • Interkulturalität
  • Politische Bildung und kulturelle Bildung

Am Ende des Moduls verfügen die Teilnehmer über Kenntnisse der Theorien und Konzeptionen ästhetischer Bildung, kennen verschiedene Kontexte kultureller Bildung, können deren spezifische Anforderungen auf Projektvorhaben beziehen, wissen um psychisch-soziale Entwicklungsprozesse und Konfliktpotentiale und sind sensibilisiert für Phänomene kinder- und jugendästhetischen Ausdrucks.

Projekte planen, durchführen und auswerten

Im Modul „Projekte planen, durchführen, auswerten“, vertiefen die Projektteilnehmer ihre Kenntnisse in der praktischen Anwendung. In individueller Zusammenarbeit mit zwei erfahrenen Künstlern konzipieren die Teilnehmer ein künstlerisches Projekt, reflektieren gemeinsam den Projektverlauf und erhalten Unterstützung, wenn es einmal hakt. Wenn Probleme und Fragen in dem Projekt auftreten, können diese direkt mit den Experten besprochen und in der eigenen Projektarbeit angewendet werden.

Ein Patentrezept für das richtige Arbeiten in pädagogischen Kontexten gibt es nicht. Für ein optimales Ergebnis müssen die Künstler den Kindern und Jugendlichen ihr ganzes Können zeigen, ihrer Intuition vertrauen und sei zugleich sensibel für ihren Gegenüber sein. Nur wer seine volle Begeisterung mitnimmt wird auch die ganze Gruppe entflammen können.

Durch den exemplarischen Charakter des Moduls werden die Teilnehmer effektiv auf die bevorstehende Arbeit an Schulen und in anderen Einrichtungen vorbereitet und erhalten Kenntnisse über verschiedene Möglichkeiten der Dokumentenanalyse und Evaluationsverfahren. Den Abschluss bildet eine schriftliche Darstellung und Reflektion. Im Rahmen eines Kolloquiums wird das Vorhaben vorgestellt und diskutiert.

Zu den vermittelten Kompetenzen des Moduls zählen:

  • Die Konzeption eines künstlerischen kontext- und adressatenbezogen Projekts

  • Die Anleitung, Begleitung und Reflektion von Prozessverläufen

  • Die Anwendung von Methoden der Reflexion und Dokumentation auf das eigene Projekt

Die Module selbst sind auf die gesamte Laufzeit des Programms angelegt, laufen also weitestgehend parallel ab. Durch diese Struktur können die Teilnehmer konstruktiv ihre pädagogischen und fachlichen Kenntnisse ausbauen und dabei mit dem bereits erworbenen Wissen aus anderen Bereichen verzahnen.