„Ich will mir die Zukunft offen halten“

Für Madelaine Stettner verbindet das Masterstudium an der UNIKIMS Theorie und Praxis.

„Hätte ich den berufsbegleitenden Masterstudiengang IPM an der UNIKIMS nicht gefunden, dann hätte ich keinen Master gemacht“, sagt Madelaine Stettner, Fertigungsingenieurin bei der Bosch Thermotechnik GmbH bei Dillenburg.

Das Studium in Kassel sei kein reiner Maschinenbaumaster, sondern vermittele den Studenten einen bereichsübergreifenden Einblick, und der Austausch mit den Kommilitonen aus anderen Unternehmen und Branchen sei bereichernd. „Bisher bin ich sehr technisch aufgestellt, und ich mache parallel meinen Schweißfachingenieur. Mit dem Studium an der Universität Kassel verbreitere ich mein Fundament. Ich will mir mit Mitte 20 die Zukunft offen halten. Positiv ist in Kassel das abschnittsweise lernen von Thema zu Thema und der Praxisbezug über die  Kommilitonen“, berichtet Madelaine Stettner.

Mit Bohröl und Kühlmittel groß geworden

Sie kommt aus einer Unternehmerfamilie. Die Eltern haben einen Zerspanungsbetrieb, „und ich bin mit Bohröl und Kühlmittel im Westerwald groß geworden. Wenn man den Papa besucht hat, dann ist man auf die Firma gefahren, denn Selbständige arbeiten immer, und man sieht sie nicht zu Hause. Mit Papa habe ich auch gerne Dokumentationen über technische oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge angesehen. In der Schule waren Mathematik und Biologie meine Fächer, und mein erster Berufswunsch war Medizin, aber den konnte ich wegen einer Allergie nicht verwirklichen, und ich fragte mich: Was nun? In Magdeburg begann ich nach dem Abitur 2014 an der Otto von Guericke-Universität mit dem Studium des Wirtschaftsingenieurs in Maschinenbau mit der Vertiefung in Produktionstechnik. Der erste Abschluss von 2019 ist zwar ein Bachelor, den ich mit einer Bachelorarbeit bei der Bosch Thermotechnik in der Fertigungsplanung erreichte, aber das Studium war universitär geprägt und unterschied sich vom Studium an einer Berufsakademie oder einer früheren Fachhochschule.  Nach dem Bachelor begann ich mit dem Masterstudium, erkannte aber nach meiner Arbeit bei Bosch und meiner Tätigkeit als Werkstudent bei einem Autozulieferer, dass ein Vollzeitstudium nichts für mich ist. Mir fehlte die Praxis. Darum ging ich 2019 als Fertigungsingenieurin zu Bosch Thermotechnik. Wir bauen Trinkwasserspeicher und Wärmepumpen. Ich bin sehr technisch und praktisch unterwegs, bin im Thema bis ins letzte Schräubchen. Dann aber merke ich wieder,  dass mir Theorie fehlt. Also habe ich einen Studiengang gesucht, der Theorie und Praxis verbindet, und diesen in Kassel gefunden.

„Vorurteile gegenüber den Geschlechtern gibt es auf beiden Seiten“

Meine Neigung zu Mathematik und Technik bescherte mir auch manch interessante Momente. Im näheren Verwandtenkreis wurde ich nicht immer ernst genommen, hörte Fragen wie: ,Was willst Du denn mit nem Schraubenschlüssel?‘. Und als ich im Beruf Bauteile für eine technische Anlage bestellen wollte und um einen Rückruf bat, verlangte das Gegenüber einen kompetenten also männlichen Ansprechpartner, ,denn ich will das nicht mit einer Tipse klären‘. Immer mal wieder kommt es mit Externen zu solchen Situationen, die dann die Geschäftsbeziehung beenden. In der eigenen Firma bin ich komplett akzeptiert. Ich habe ein super Verhältnis zu allen. Es sind nur Männer. Die sind super hilfsbereit, und auch privat haben wir als Kollegen ein sehr gutes Verhältnis. Zusammenarbeit mit Frauen gibt es für mich nicht in der Produktion, aber in anderen Bereichen, und manchmal fehlt mir auch die Frauenwelt. Aber Vorurteile gegenüber den Geschlechtern gibt es auf beiden Seiten, - auch wenn man mit Frauen spricht, und diese mich fragen: ,Was machst du denn so?‘

„Die Ingenieurin soll in die Schule kommen“

Der Maschinenbau ist sehr vielfältig. Er eröffnet so viele Möglichkeiten, wo man arbeiten kann. Um diese Vielfalt aufzuzeigen, helfen Girl’s- and Boy’s-Days an der Schule nicht viel. An Berufsinformationstagen sollte nicht der Ingenieur in die Schule kommen, sondern die Ingenieurin und die Feuerwehrfrau!“