UNIKIMS Vortragsreihe
Über unser Weiterbildungsprogramm hinaus bieten wir eine offene Vortragsreihe an. Die Themen richten sich an Interessierte aus allen Berufssparten, die sich mit neuen und vielleicht auch ihnen fremd erscheinenden Inhalten auseinandersetzen möchten. ReferentInnen sind in der Regel WissenschaftlerInnen der Universität Kassel und Dozenten der UNIKIMS. Sie beleuchten Themen aus dem Bereich des Managements und der Betriebswirtschaftlehre, darüber hinaus aber auch affine Themen aus anderen Wissenschaftsdisziplinen.
Neben dem Vortrag gibt es ausreichend Raum für Diskussionen sowie anschließend die Möglichkeit zu Gesprächen bei einem Imbiss. Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten Sie aber um Anmeldung.
Bisherige Vorträge
8. Mai 2012
Prof. Dr. Karin Lackner: Cross cultural pace. Herausforderungen für interkulturelle Zusammenarbeit und Management kultureller Komplexität.
Dass Organisationen global sind, global denken, global handeln, ist selbstverständlich geworden. Ist man nicht global, gerät man leicht in den Verdacht, rückständig oder öko-ideologisch regional zu sein. Organisationen tragen das Label ‚global' ganz selbstverständlich, als hätten sie nie anders als inter- und/oder transkulturell gehandelt. Es ist ganz ‚normal', in China oder in Rumänien eine Geschäftsstelle zu eröffnen, sich unternehmerisch rund um den Globus aufzustellen. Die dadurch entstehende interkulturelle Komplexität wird hingenommen, ungefragt akzeptiert. Mögliche Schwierigkeiten, die mit einer ‚Multiple Culture' (Mahadevan, 2011) Situation einhergehen, werden ausgeblendet, verniedlicht oder gar geleugnet.
Dieser Beitrag möchte die Herausforderungen aufzeigen, denen sich ein Multiple Culture Management stellen muss, um global erfolgreich zu sein. Denn bei genauerem Hinsehen ist nichts selbstverständlich, das Meiste muss neu gestaltet und entwickelt werden. Es gibt kaum Rezepte für den Umgang mit Multiple Cultures, auch diese müssen sich die betroffenen Personen selbst schreiben.
Aus mehreren Studien und Forschungsarbeiten zur interkulturellen Zusammenarbeit und Steuerung haben sich verschiedene Themenfelder herauskristallisiert, die auf die Schwierigkeiten in Multiple Cultures hinweisen: Die Überwindung räumlicher und zeitlicher Distanz, das Ersetzen direkter durch virtuelle Kommunikation, die Kommunikation in einer Lingua Franca und die damit einhergehenden Sprachnachteile, die unterschiedlichen Verhältnisse zu Hierarchie und Machtdistanz, die Verschiebung kultureller Differenzen auf die Persönlichkeit, unvereinbare Arbeitshaltungen, unterschiedliche Arbeitsverträge und Zugehörigkeitsdauer.
Organisationen, ob global oder regional, sind Konglomerate unterschiedlicher Unternehmens- und Bereichskulturen. Produktion denkt und verhält sich anders als Vertrieb. Die Kulturdifferenz äußert sich auch dort in der Kommunikation, der Sprache, der Struktur. Die Kultur ist geprägt von der Eigenlogik der jeweiligen Systeme und führt zu unausweichlichen Konflikten in strategischen Entscheidungssituationen.
Was passiert, wenn Organisationskulturen auf unterschiedliche Herkunftskulturen treffen? Wir beobachten sowohl Verschärfungen interkultureller Differenzen als auch Verschiebungen von Organisationskonflikten auf die Herkunftskulturen. Management ist hier gefordert, die Strömungen auseinander zu halten, den Kern von Konflikten zu identifizieren.
Betrachtungen und Forschungen zur Interkulturalität gehen heute immer noch davon aus, dass ein Deutscher nach China geht, ein Auslandsassignment absolviert und danach wieder in die Heimat zurückkehrt. Die Realität sieht mittlerweile anders aus. Ein Deutscher, der in den USA studiert hat, leitet ein französisches Unternehmen in China. Herkunftskulturen sind oft nicht mehr identifizierbar, die üblichen Entsendungsverläufe mit dem obligatorischen Kulturschock möglicherweise nicht mehr gültig. Die Fähigkeiten, die ein solcher global Manager oder global Player mitbringen muss, verorten sich auf einer Metaebene. Es reicht nicht, zu wissen, wie man sich im Gastland daneben benimmt. Man braucht interkulturelle soziale Kompetenzen, um diejenige Kultur vor Ort zu erschaffen, auf die man sich mit den Expats, Inpats, Repats und anderen Kulturnomaden auf eine gewisse Zeit einzulassen bereit ist.
Prof. Dr. Lackner für Supervision, Coaching, Organisationsberatung im Fachbereich Humanwissenschaften an der Universität Kassel.
7. Februar 2012
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel: Produktions- und Logistikplanung – Herausforderungen und Entwicklungstrends
Dipl.-Inform. Ulrich Jessen: Masterstudiengang Industrial Production Management – Ziele und Inhalte
Kurze Produktlebenszyklen führen zu immer komplexeren Produktions- und Logistikprozessen, mit denen hochflexibel und schnell auf neue Marktanforderungen reagiert werden muss. Führungskräfte stehen damit vor der wachsenden Herausforderung, industrielle Prozesse und Systeme ganzheitlich zu managen und interdisziplinäre Lösungen zu entwickeln.
Diskutieren Sie mit uns die Kernthemen, denen sich Unternehmen heute stellen müssen, und informieren Sie sich über den fachübergreifenden Masterstudiengang Industrial Production Management, der Fach- und Führungskräfte für die Bewältigung dieser Aufgaben fit macht.
Prof. Dr. Wenzel leitet das Fachgebiet Produktionsorganisation und Fabrikplanung an der Universität Kassel.
25. Januar 2012
Prof. Dr.Andreas Mann: Wie Kunden wirklich ticken - Erkenntnisse der Kognitionswissenschaften und ihre Implikationen für Marketing und Vertrieb
Im Rahmen des Vortrags werden ausgewählte Erkenntnisse der kognitiven Psychologie und der Neuroökonomie präsentiert, die sich auf Entscheidungs- und Kaufverhalten von Abnehmern beziehen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen werden Hinweise für die Gestaltung und Umsetztung von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen abgeleitet und präsentiert.
Prof. Dr. Mann ist Leiter des DMCC - Dialog Marketing Competence Center und Inhaber des SVI-Stiftungslehrstuhls für Dialogmarketing an der Universität Kassel.
12. Mai 2011
Prof. Dr. Heidi Möller: Sie kamen, sahen und siegten? Weibliche Erfolgsfaktoren in Unternehmen.
Über externe Faktoren, die weibliche Karrieren hemmen, ist vieles bekannt. Ausgehend von zahlreichen Coachings mit weiblichen Führungskräften und Unternehmensgründerinnen und vor allem mit Frauen, die in den Startlöchern standen und Führungskräfte werden wollten, werden im Vortrag systematische Überlegungen angestrengt, die als "innere Erfolgsverhinderer" weiblicher Karrieren ursächlich erscheinen. Die Anzahl der erfolgreichen Frauen in den Organisationen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten international und national prozentual zwar stärker angestiegen als die der Männer, allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend. Frauen sind als Unternehmerinnen und im Topmanagement nach wie vor stark unterrepräsentiert. Der "gender-gap" bleibt also weiterhin bestehen. Im Vortrag werden berufliche Erfolgsfaktoren beschrieben, die als wissenschaftlich gesichert gelten und unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive diskutiert. Als diese gelten Leistungsmotivstärke, internale Kontrollüberzeugung, Risikoneigung, Problemlöseorientierung, Durchsetzungsfähigkeit, Ungewissheitstoleranz und Unabhängigkeitsstreben. Es werden Stolpersteine weiblicher Karrieren ausgemacht und aufgezeigt, wie man ihnen begegnen kann.
Prof. Dr. Möller leitet das Fachgebiet Theorie und Methodik der Beratung am Institut für Soziale Therapie, Supervision und Organisationsberatung an der Universität Kassel und ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DFL-Ligaverbandes.
22. März 2011
Prof. Dr. Jan Marco Leimeister: Open Innovations
Innovationen sind die Basis für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum eines jeden Unternehmens. Ein stetig steigender Konkurrenzdruck verlangt von Unternehmen in immer kürzeren Zyklen, neue innovative Produkte zu entwickeln. Die effiziente und effektive Generierung von Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung in Produkte ist für Unternehmen somit ein entscheidender Schlüsselfaktor. Open Innovation setzt genau hier an, indem es proklamiert, dass "firms can and should use external ideas as well as internal ideas, and internal and external paths to market, as they look to advance their technology" (Chesbrough, 2006). Der Vortrag verdeutlicht den Paradigmenwechsel hin zu Open Innovation und zeigt die Potenziale auf, die sich durch die Öffnung der klassischen, geschlossenen Innovationsprozesse bieten.
Prof. Dr. Leimeister leitet das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik an der Universität Kassel.
Zu den Themen Open Innovations und IT-Outsorcing bietet die UNIKIMS 2 bzw. 3-tägige Kompaktseminare an. Weitere Informationen finden Sie hier.
Prof. Dr Leimeister startet im Mai das Projekt "Austausch von Innovation und Erfahrung im demografischen Wandel (TANDEM) - Stärkung der Innovationsfähigkeit". Das Projekt wird von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.
Gerne können Sie an dem Projekt teilnehmen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.uni-kassel.de/go/tandem.
20. Januar 2011
Vortrags- und Informationsveranstaltung zu dem berufsbegleitenden Masterstudiengang Industrial Production Management
Kurze Produktlebenszyklen führen zu immer komplexeren Produktions- und Logistikprozessen, mit denen hochflexibel und schnell auf neue Marktanforderungen reagiert werden muss. Um solche Anforderungen zu meistern, braucht es den ganzheitlichen Blick auf die Unternehmung als sozio-technisches, stets in Anpassung befindliches System. Hier sind Führungskräfte gefragt, die interdisziplinäre Lösungen entwickeln können und das ganzheitliche Managen industrieller Prozesse und Systeme beherrschen.
8. Juni 2010
Prof. Dr. Sigrid Wenzel: Industrial Production Management
Die Globalisierung und der damit einhergehende Strukturwandel verlangen von den Unternehmen, die eigenen Produktions- und Dienstleistungsprozesse den Bedürfnissen des Marktes ständig neu anzupassen. Das Industrial Production Management beinhaltet das hierfür notwendige ganzheitliche Verstehen und Managen industrieller Prozesse und Systeme.
Prof. Dr. Wenzel leitet das Fachgebiet Produktionsorganisation und Fabrikplanung an der Universität Kassel.
5. Mai 2010
Personalmanagement
Prof. Dr. Eberl: Vertrauen ist gut, ist Kontrolle wirklich besser?
Prof. Dr. Sträter: Effizienzsteigerung durch gesundes Führen.
Prof. Dr. Eberl leitet das Fachgebiet Personalwirtschafts- und Organisationslehre an der Universität Kassel.
Prof. Dr. Sträter leitet das Fachgebiet Arbeitspsychologie an der Universität Kassel.
20. April 2010
Prof. Dr. Jan Marco Leimeister: Strategisches IT-Management
Wie gewährleistet man mit Blick auf die Unternehmensziele den bestmöglichen Einsatz der Ressource Information?
Prof. Dr. Leimeister leitet das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik an der Universität Kassel.
10. November 2009
Prof. Dr. Andreas Mann: (Dialog-)Marketing-Excellence: Treiber und Ergebnisse erfolgreicher Kundenaquisition und -bindung
Prof. Dr. Mann leitet das Dialogmarketing Competence Center (DMCC) im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel.
27. Oktober 2009
Prof. Dr. Wolfgang Jonas: Systemdesign als Change Agent
Der interdisziplinäre, systemische und konsequent Nutzer-orientierte Blick auf die Unternehmung als Voraussetzung für Innovation.
Prof. Dr. Jonas ist Professor für Systemdesign an der Kunsthochschule Kassel.
11. März 2009
Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem: Quality for Profit - Einsatz von Qualitätskonzepten und -methoden zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Unternehmensprozessen
In der Zeit von immer kürzeren Produktzyklen, Ressourcenengpässen und steigenden Kundenanforderungen stellt sich in den Unternehmen verstärkt die Frage: Brauchen wir noch formalisierte Qualitätsmanagementsysteme und immer wieder neue Verbesserungsinitiativen, die nur zusätzlichen Aufwand und Kosten verursachen oder sollten wir uns auf die Dinge konzentrieren, die uns weiterbringen und nicht behindern? Der Vortrag zeigt auf, wie moderne Qualitätskonzepte und -methoden richtig ein- und effizient umgesetzt, erhebliche Wirtschaftlichkeitspotenziale heben können.
Prof. Dr.-Ing. Jochem leitet das Fachgebiet Qualitätsmanagement an der Universität Kassel.
12. Mai 2009
Prof. Dr. Bernhard Heni: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz wird das HGB-Bilanzrecht nach einer gut 20-jährigen Reformpause weiterentwickeln. Das Gesetz wird 2009 in Kraft treten. Zum einen sollen behutsame Anpassungen an internationale Standards (IFRS) vorgenommen, zum anderen überkommene Wahlrechte beseitigt werden. Im Ergebnis soll damit das HGB eine vollwertige Alternative zu IFRS bilden, jedoch die hohe Komplexität und die für Mittelständler unvertretbaren Kosten der IFRS vermeiden. Der Vortrag zeigt die Schwerpunkte der Gesetzesreform auf und erörtert, inwieweit das Gesetz seinen selbst gesetzten Ansprüchen (Modernisierung, Deregulierung) gerecht wird.
Prof. Dr. Heni leitet das Fachgebiet Bilanzielles Rechnungswesen an der Universität Kassel.
23. Juni 2009
Elektroautos
Prof. Dr. Marius Dannenberg: Eine Marktübersicht
Prof. Dr. Ludwig Brabetz: Technologische Herausforderungen
Aus einem Schriftwechsel zwischen dem Erfinder Thomas Edison und dem Elektroauto-Produzenten Walter Baker aus dem Jahre 1915 geht Folgendes hervor: „Wenn Sie die Qualität Ihrer Autos beibehalten und ich die Qualität meiner Batterien, werden die Benzinkutschen in kürzester Zeit nicht mehr existieren“. Fast 100 Jahre später setzt die Vision von Internetpionieren und Wagnisfinanzierern, dass grüne Technologien auch profitabel sein können, die gesamte Automobilbranche unter Druck. Die Gründe hierfür sind sowohl die besseren Batterien, die immer weiter steigenden Treibstoffpreise als auch die Klimadebatte als auch strengere Emissionsauflagen.
Der Vortrag von Herrn Prof. Dannenberg beinhaltet eine Übersicht von Autoherstellern, die beabsichtigen in naher Zukunft Elektroautos auf den Markt zu bringen. Herr Prof. Brabetz wird die technologischen Herausforderungen insbesondere auch im Vergleich zu anderen Antriebstechniken darstellen.
Prof. Dr. Dannenberg ist an der Hochschule Darmstadt, der Steinbeis Hochschule Berlin und an der Università Liberia di Bolzano tätig und war vor seiner Hochschulzeit Consultant bei KPMG sowie Sector Manager bei SAP in Chicago Seine Forschungs- und Beratungsschwerpunkte sind strategisches Management und Supply Chain Management.
Prof. Dr. Ludwig Brabetz leitet das Fachgebiet Fahrzeugsysteme und Grundlagen der Elektrotechnik an der Universität Kassel. Vor seiner Hochschulzeit war er zunächst bei Siemens Automotive, u.A. in Toulouse und Detroit, und später, als Entwicklungsleiter, bei Volkswagen Bordnetze und Sumitomo Elektrik Bordnetze tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind elektrische Energieverteilung und -Systeme im Kraftfahrzeug.
Kontakt und weitere Informationen:
Dr. Jochen Dittmar
Tel. 0561 804 2913